Zurzeit sind wieder Hunderttausende von Wildgänsen und Kranichen unterwegs, um zum Wintereinbruch in wärmere Gefilde nach Afrika zu kommen. Das ist schön anzuschauen - solange sie keinem Flugzeug in die Quere kommen.

Vogel gegen Flugzeug - das hört sich erst einmal nach einem ziemlich ungleichen Kampf an - ohne größere Probleme für das Flugzeug. Allerdings hat es schon Fälle gegeben, in denen Zugvögel einen Flugzeugabsturz verursacht haben. Im Januar 2009 zum Beispiel musste ein Flugzeug im Hudson River notwassern, weil Vögel in die Triebwerke geflogen waren. Die 150 Passagiere kamen mit einem Schrecken davon.

Wärmebildkameras und öde Landebahnen

Um solche Zusammenstöße zu verhindern, gebe es verschiedene Warnsysteme, erklärt DRadio-Wissen-Reporter Dominik Peters. Am Flughafen Frankfurt zum Beispiel arbeite man mit Wärmebildkameras, die Alarm schlagen, wenn Vogelschwärme oder größere Vögel in der Nähe sind. Außerdem werde die Umgebung der Landebahn möglichst öde gestaltet, damit erst gar kein Vogel Lust verspürt, auch dort zu landen.

"An großen Flughäfen gibt es sogar sogenannte Vogelschlagbeauftragte."
DRadio-Wissen-Autor Dominik Peters

Auch Radargeräte der Bundeswehr würden eingesetzt, um den Luftraum nach Vögeln abzusuchen, sagt Simon Köcher vom Deutschen Ausschuss zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr. Da Zugvögel vor allem nachts fliegen, trage zudem auch das Nachtflugverbot dazu bei, dass es gar nicht erst zu Zusammenstößen komme. Und: Das sogenannte Luftfahrthandbuch für Piloten enthält für jede Region und Jahreszeit Informationen darüber, wo sich wann besonders viele Vögel aufhalten.