In Dänemark hat die Polizei rund 1000 Facebook-Nutzer kontaktiert, die ein Video geteilt haben. Darin sind 15-Jährige beim Sex zu sehen.

Die dänische Polizei hat sich mithilfe der europäischen Polizeibehörde Europol von Facebook die Kontakte geben lassen und kontaktiert jetzt über 1000 Menschen zwischen 15 und 20 Jahren. Der Vorwurf: Sie haben ein Video geteilt, in dem zwei 15-Jährige beim Sex zu sehen sind. Das fällt in Dänemark unter das Verbreiten von Kinderpornografie und ist demzufolge strafbar.

Wie immer, wenn intime Videos oder Bilder geteilt werden, die eigentlich privat sind, kann das das komplette Leben der Opfer verändern.

"Als Verteidigung könnte man vielleicht noch anführen, dass man nicht unbedingt weiß, wie alt die Personen in einem Video sind, wenn man selbst erst 18 ist. Aber Unwissenheit schützt ja vor Strafe nicht."
Alex Buchwald, Deutschlandfunk Nova

Diejenigen, die das Video geteilt haben, müssen mit Konsequenzen rechnen. Die Volljährigen könnten je nach Urteil eines Gerichtes ins Gefängnis kommen. Die Minderjährigen müssen mit einem Eintrag in ihr polizeiliches Führungszeugnis rechnen - was natürlich eine berufliche Karriere, etwa als Lehrerin oder Kindergärtner, deutlich erschweren würde.

Dänemark verfolgt das Teilen von pornografischen und intimen Inhalten nicht unbedingt konsequenter als andere Länder, es wird aber erforscht und in der Öffentlichkeit viel diskutiert, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Alex Buchwald, der in Dänemark lebt.

Schnell landesweit bekannt

Laut Justizministerium sind es vor allem Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren, die mit Rachepornografie (Revenge Porn) kämpfen. Untersuchungen zeigen, dass über die Hälfte der 15- bis 30-jährigen Dänen schon einmal Nacktbilder zugesendet bekommen haben. Ein Fünftel davon hat schon einmal ein oder mehrere Nacktbilder von jemandem geteilt, den sie nicht kennen.

Opfer der Verbreitung intimer Videos und Bilder könne es in Dänemark besonders schlimm treffen, weil Dänemark ein kleines Land ist. "Da ist man schlimmstenfalls gleich landesweit bekannt", sagt Alex Buchwald. Der Vorteil davon ist allerdings: Die Polizei kann wegen der überschaubaren Einwohnerzahl vergleichsweise einfach ermitteln.

Mehr zum Thema: