An der Maske kommen wir nicht vorbei: Beim Einkaufen oder in der Bahn müssen wir eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Aber welche ist denn nun zum Schutz am besten geeignet?

In den vergangenen Monaten der Corona-Pandemie haben wir alle viel dazulernen müssen, und auch die Wissenschaft ist ununterbrochen dabei, neue Erkenntnisse zu sammeln, unter welchen Bedingungen Masken am besten helfen. Vor allem geht es darum, mit einer Maske vor Mund und Nase andere Menschen vor uns zu schützen – für den Fall, dass wir ansteckend sind.

"Da geht es um den Schutz von uns allen, nicht speziell den Selbstschutz."
Jan Bungartz, Deutschlandfunk Nova

Auch Forschende aus den USA haben jüngst untersucht, welche Masken oder Alltagsalternativen eigentlich Tröpfchen am besten davon abhalten, sich im Raum zu verteilen. Getestet haben sie eine ganze Menge verschiedener Mund-Nase-Bedeckungen, von der professionellen Schutzmaske bis zum Halstuch. Insgesamt 14 verschiedene Modelle.

Schutz vor Aerosolen

In dieser Studie ging es speziell darum, wie viele Tröpfchen und Aerosole, die zum Teil unsichtbaren Mini-Tröpfchen, beim echten Sprechen durch die Maske kommen. Frühere Studien haben Masken auch schon mit Puppen getestet, die das Husten simulieren sollten, aber hier ging es um das ganz normale Sprechen im Alltag.

Mehrere Versuchspersonen sollten pro getesteter Maske den Satz "Stay healthy, people!" sagen. "Der Satz gilt als besonders geeignet, um kleine Tröpfchen zu erzeugen, die auch Viren transportieren können", erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Jan Bungartz.

Masken mit Atemventil bringen nichts

Das Sprechen wurde mit Laserlicht und Smartphone-Kamera aufgenommen, um zu zeigen, was es durch die Masken durch schaffte. Die Tröpfchen wurden per Computer gezählt. "Ein vergleichsweise unaufwendiger Versuchsaufbau, gut reproduzierbar für andere Forschende, und relativ lebensnah", stellt Jan Bungartz fest.

Aus den Ergebnissen hat das Wissenschaftsteam ermitteln können, welche Masken die Besten sind.

  1. FFP2-Masken ohne Atemventil sind professionelle Atemschutzmasken und halten rund 99 Prozent der Tröpfchen zurück. Durch Ventilmasken huscht die Luft einfach durch, sie sind noch schlechter als manche Baumwollmasken.
  2. OP-Masken halten 90 Prozent der Tröpfchen auf.
  3. Baumwollmasken halten je nach Dicke und Verarbeitung zwischen 70 und 90 Prozent der Tröpfchen auf.
  4. Schlecht waren einfache Halstücher oder gestrickte Masken.
  5. Besonders schlecht schnitten Multifunktionstücher ab, wie man sie vom Wandern kennt. Dadurch entstanden im Test sogar mehr Tröpfchen als ganz ohne Maske – möglicherweise, weil sie durch das dünne Material regelrecht zerstäubt wurden.
"Die OP-Maske ist super, oder mehrlagige Baumwollmasken – natürlich immer vorausgesetzt, man trägt sie auch richtig."
Jan Bungartz, Deutschlandfunk Nova

Die Aussage der Studie ist: Bei Alternativmasken ist es entscheidend, wie dick sie sind, also aus wie vielen Lagen Stoff sie bestehen. "Halstuch und Schlauchtuch sind da einfach zu dünn", sagt Jan Bungartz. Es müsse aber auch keine Profi-Maske sein. Die OP-Maske funktioniere zwar gut, aber mehrlagige Baumwollmasken funktionierten ähnlich. Natürlich immer vorausgesetzt, man trägt sie auch richtig.