Nach der Insolvenz von Air Berlin sind die Preise für Inlandsflüge kräftig gestiegen - und sie werden das vermutlich weiter tun.

Für die Angestellten von Air Berlin hat die Pleite der Airline gravierende Folgen. Für uns, die Kunden, haben die Preise angezogen, wenn wir in Deutschland unterwegs sind.

​"Wenn du unbedingt fliegen willst, dann würde ich jetzt buchen. Denn eigentlich dürfte es in den nächsten Tagen und Wochen nur noch teurer werden."
Dominik Evers, Mobilitätsfachmann, Deutschlandfunk Nova

Besonders betroffen sind Reisende, die von Stuttgart, Köln und München nach Berlin fliegen wollen – und auch wieder zurück. Nicht nur die Insolvenz von Air Berlin dünnte die Verbindungen hier deutlich aus: die Budget-Airline Ryanair hat die Strecke Köln-Berlin und eine Vielzahl weiterer Verbindungen im Winterflugplan völlig eingestellt.

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Die Airline fliegt die Strecke erst ab März 2018 wieder. Allerdings steuert Ryanair die Hauptstadt Deutschlands weiterhin von Dortmund aus an. Bleibt festzuhalten: Die Zahl der Verbindungen zwischen Köln und Berlin ist insgesamt deutlich kleiner geworden, während die Nachfrage konstant geblieben ist.

Keine 15-Euro-Flüge mehr

Statistisch belastbare Zahlen zu der Preisentwicklung auf dieser Strecke und für innerdeutsche Flüge insgesamt liegen nicht vor. Im Vergleich sichtbar werden Unterschiede zwischen den Airlines aber durch einen kurzen Preis-Check: Bei Ryanair gibt es Flüge ab rund 15 Euro, bei Eurowings ab rund 35 Euro. Selbst bei sehr langfristiger Planung sind die günstigsten Flüge in etwa doppelt so teuer geworden - allein durch den Wegfall der Option mit Ryanair zu fliegen.

Außerdem bedienen momentan noch die Swiss, die KLM und Niki die Verbindung Köln-Berlin – und die Lufthansa. Das Unternehmen ist die Muttergesellschaft von Eurowings und wartet noch auf die kartellrechtliche Genehmigung zur Übernahme von Air Berlin – inklusive rund 80 weiterer Maschinen.

"Eigentlich müsste die EU-Kommission bis Ende November entscheiden. Gibt es da aber Bedenken, kann sie nochmal zusätzlich 90 Tage lang den Deal überprüfen."
Dominik Evers, Mobilitätsfachmann, Deutschlandfunk Nova

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