Viele Menschen fasten vor Ostern, andere machen eine Frühjahrsdiät. Doch der Wunsch, dünn sein zu wollen, kann auch krank machen - und im Extremfall zur Magersucht werden.

Wie funktioniert der menschliche Stoffwechsel? Was passiert in Körper und Seele - beim Essen wie beim Hungern? Und gibt es eine genetische Disposition für Magersucht? Um die Krankheit zu verstehen, ist es hilfreich, sich zunächst die physiologischen und neurologischen Grundlagen von Magersucht anzuschauen.

Auf einer gemeinsamen Tagung der Schering Stiftung und der Leibniz Gemeinschaft am 8. Dezember 2017 in Berlin beschäftigten sich die Redner aus verschiedenen Perspektiven mit dem bewussten Hungern. "Die Hungerkunst - eine Krankheit zwischen Rausch und Abgrund" hieß das Symposium.

Magersucht: physiologische und biologische Faktoren

Stoffwechselforscher und Biologe André Kleinridders gab in seinem Vortrag "Neurobiologische Grundlagen der Nahrungsaufnahme und deren Veränderung bei Essstörungen" einen Überblick über die eingangs formulierten Fragen.

"Essen ist nicht wie Atmen."

Im Verlauf der Tagung wurde immer klarer: Biologische und psychologische Faktoren lassen sich bei der Krankheit nicht trennen. Im Gegenteil: Sie beeinflussen einander. Besonders hervorgehoben hat das die Universitäts-Professorin Beate Herpertz-Dahlmann in ihrem Vortrag "Wenn die Waage das Leben bestimmt - Merkmale, Ursachen und Behandlung von Magersucht".

"Wir stigmatisieren die Patienten. Wir sagen: Wieso isst Du denn soviel?! Oder: Iss doch einfach mehr!"

Fasten und Körpererhöhung

Online zugeschaltet wurde die emeritierte Verhaltensforscherin Regina Casper von der Stanford University. Ihren Vortrag "Fasten und Körpererhöhung - in Religion und  Anorexia Nervosa" könnt ihr hier auf unserer Seite in dem Link unten abrufen.

"Das Fasten in den großen Religionen ist geistes- und gottbezogen - nicht körperbezogen."

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