Manche trinken am Samstagabend auf einer Feier so viel Alkohol wie andere in einer ganzen Woche. Laut einer neuen Studie von US-Forschenden sind die Binge-Trinker*innen stärker gefährdet, einmal Alkoholprobleme zu entwickeln.

Alkohol ist ungesund und kann süchtig machen. Das wissen wir. Forschende der Universität Texas und der Stanford Universität haben jetzt untersucht, inwiefern das Trinkverhalten einen Einfluss darauf hat, später im Leben alkoholsüchtig zu werden.

Die Forschenden kommen in ihrer Studie zu dem Ergebnis, dass besonders Binge-Drinking das Risiko erhöht, Alkoholprobleme zu entwickeln. Das bedeutet: Bei Menschen, die eine bestimmte Menge an Alkohol an nur einem Tag trinken, steigt das Risiko stärker an als bei denjenigen, die dieselbe Menge Alkohol über eine Woche verteilt trinken.

"Unabhängig von der Menge, die man in einem Zeitraum von einer Woche trinkt, scheint das Trinkverhalten entscheidend dafür zu sein, ob man eher ein Alkoholproblem entwickelt oder nicht."
Julia Polke, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Binge-Drinking bringt die höchsten Risiken mit sich

Dafür hat das Team aus Forschenden über 1.000 Menschen in den USA, die älter als 30 Jahre alt waren, zwei Mal – mit einem Anstand von neun Jahren – befragt.

In einer früheren Studie haben die Wissenschaftler*innen gezeigt, dass Binge-Drinking auch das Risiko eines früheren Todes erhöht. Danach sei das Risiko für Menschen durch das Rauschtrinken mindestens doppelt so hoch, in den nächsten 20 Jahren zu sterben als für diejenigen, die den Alkohol über einen bestimmten Zeitraum verteilt trinken.

Wie viel Alkohol am Tag okay ist

Die aktuelle Studie der Forschenden untersucht also, welches Trinkverhalten vor einer Alkoholsucht gefährlich werden könnte. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) sollten Frauen den Konsum von Alkohol auf zehn bis zwölf Gramm pro Tag beschränken. Das entspricht einem Glas mit 0,3 Litern Bier oder 0,125 Litern Wein.

Bei Männern ist ungefähr die doppelte Menge möglich. "Frauen haben durchschnittlich einen geringeren Flüssigkeitsgehalt im Körper, sodass der Alkohol schlechter verdünnt wird als bei Männern", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Julia Polke. An mindestens zwei Tagen in der Woche sollten wir laut BzgA eine Pause vom Alkohol einlegen, damit sich unser Körper nicht daran gewöhnt.

Binge-Drinking und das Alter

Die Forschenden aus den USA haben sich für ihre Studie explizit Menschen im Alter über 30 Jahre ausgesucht, weil Rauschtrinken vor allem in dieser Altersgruppe vorkommen würde, sagen sie. Für Deutschland zeichnen die Statistiken ein anderes Bild: Hier nimmt Binge-Driniking mit dem Alter ab. "Aber das könnte auch daran liegen, dass sich die Forschung vor allem an Jugendlichen orientiert", sagt Julia Polke.

Das zeigt auch eine neue Forderung der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK). Danach solle Alkohol nur noch an Menschen verkauft werden, die über 18 Jahre alt sind. Und das nur von Personal, das in Suchtprävention geschult ist.

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