Wenn Ant-Man seinen Super-Anzug anzieht, schrumpft er auf Miniaturgröße. Mal angenommen, es gäbe solch einen Anzug, würden Ant-Mans Organe mitspielen? Physiker haben sich die Marvel-Figur genau angeschaut. Ihre Ergebnisse erklärt uns unsere Kollegin Veronika von Borries.

Anne Staples und Maxwell Mikel-Stites vom Virginia Polytechnic Institute in Blacksburg haben sich Ant-Man und Co aus dem Marvel-Universum einmal genauer angeschaut

Dabei nehmen die Physiker die Idee von dem Superhelden Ant-Man sehr ernst. Ihr Ansatz ist: Mal angenommen, es wäre möglich, dass sich Ant-Man durch einen Super-Anzug tatsächlich in eine Ameise verwandeln könnte. Was würde dann passieren?

"Ant-Man würde wahrscheinlich ein paar Mal nach Luft schnappen und dann ziemlich elendig ersticken."
Veronika von Borries, Deutschlandfunk-Nova-Wissensnachrichten

Das Ergebnis ist vielleicht nicht überraschend: Ant-Man würde wohl elendig ersticken. Aber warum eigentlich? Menschliche Organe lassen sich nicht so einfach schrumpfen beziehungsweise funktionieren sie in Miniaturgröße nicht. Die Lunge zum Beispiel würde geschrumpft nicht genug Sauerstoff aufnehmen können, um den Organismus zu versorgen. Das gilt auch, wenn man bedenkt, dass Ant-Man in Miniatur viel weniger Sauerstoff bräuchte.

Szene aus dem Film "Ant-Man and the Wasp"; Ant-Man steht in einem Fluss neben einem Schiff, der Superheld ist riesig groß.
© Imago | ZUMA Press
Aber Ant-Man kann nicht nur schrumpfen, sondern sich auch ziemlich groß machen...

Wenn wir Menschen (in normaler Größe) tief einatmen, ziehen wir eine bestimmte Zahl an Sauerstoffmolekülen ein, die unsere Energieversorgung abdecken. Aber die Luftmoleküle schrumpfen nicht, sie behalten ihre Größe. Nur Ant-Man schrumpft.

Das bedeutet, dass im Verhältnis zur eigenen Körpergröße viel weniger Sauerstoffmoleküle in Ant-Man's Lunge gelangen. Er könnte nur ein 140stel des Sauerstoffs aufnehmen, den ein "normaler" Mensch eingeatmet hätte.

Ant-Man würde nicht genug Sauerstoff bekommen

Der Grund dafür ist, dass die effektive Dichte des Atemgases für den Superhelden im Kleinformat abnimmt. In Bezug auf seine Körpergröße und das Volumen seines Atemzugs sind die Sauerstoffmoleküle in der Umgebungsluft viel dünner gesät. Ant-Man würde sich fühlen, als ob er ohne Sauerstoffgerät auf dem Mount Everest stehen würde. Und dann soll er auch noch die Welt retten.

Außerdem gibt es noch ein Problem. Denn es gibt das Kleibersche Gesetz. Das besagt: Je kleiner ein Organismus, desto mehr Energie braucht er im Verhältnis zu seiner Größe. Das heißt, Ant-Man braucht nicht nur Sauerstoff, um die normale Körperfunktion aufrechtzuerhalten – das würde gar nicht reichen. Im Verhältnis zur Größe müsste Ant-Man sogar noch mehr Energie verbrennen.

Wie überleben denn Insekten?

Aber wie überlebt denn dann eine echte Ameise? Insekten lösen das Problem, indem sie Atemöffnungen nutzen. Davon haben sie zwischen sechs bis elf Paare, und zwar immer gleich mehrere an jedem Segment ihres Körpers. Damit können sie im Verhältnis zu ihrer Größe bis zu 20 Mal mehr Luft einsaugen als ein Mensch. Außerdem gelangt der Sauerstoff direkt zu den Organen. Bei Mensch wird der Sauerstoff über die roten Blutkörperchen verteilt.

"Kurz gesagt, Insekten sind optimiert dafür, als kleine Organismen zu überleben. Menschen nicht."
Veronika von Borries, Deutschlandfunk-Nova-Wissensnachrichten

Damit jemand wie Ant-Man tatsächlich auch im Kleinformat überleben könnte, bräuchte er einen Mini-Kompressor auf seinem Anzug. Dieser Kompressor könnte für ihn die Atemluft ansaugen, verdichten und per Molekülfilter den Sauerstoff-Anteil darin anreichern. Außerdem müsste Ant-Man noch eine Atemmaske tragen. Solche Apparate zu bauen wäre tatsächlich möglich. Aber er dürfte auf keinen Fall kaputtgehen - und Ant-Man dürfte nie seine Maske abnehmen.

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