Am Donnerstagmorgen (12.10.17) ist der Asteroid 2012 TC4 ziemlich nah an der Erde vorbeigeflogen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis so ein Asteroid auch auf der Erde einschlägt. Doch welche Möglichkeiten haben wir, uns vor einem Einschlag zu schützen, oder ihn zu vermeiden? 

Den letzten großen Einschlag eines Asteroiden auf der Erde gab es 2012 in Russland. Die Bilder gingen um die Welt:

Heute Morgen (12.10.17) ist der Asteroid 2012 TC4 mit nur 44.000 Kilometern Abstand knapp an der Erde vorbeigerast. In astronomischen Maßstäben ist das ziemlich knapp. Zum Vergleich: Der Abstand vom Mond zur Erde beträgt rund 400.000 Kilometer. Für Forscher ist das Ereignis ziemlich interessant und aufschlussreich. Der Wissenschaftsjournalist Michael Büker dazu: "Ich vergleiche das gerne damit, wenn ein Laster an einem Haus vorbeifährt, das kann passieren."

"Wenn ein Laster durch den Vorgarten fährt, dann will man vielleicht genauer hingucken. Und in der Entfernung, in der dieser Vorbeiflug jetzt stattgefunden hat, das war definitiv der Vorgarten."
Michael Büker, Wissenschaftsjournalist

Gefährlich werden Asteroiden, wenn sie die geostationären Satelliten in rund 36.000 Kilometer Entfernung zur Erde bedrohen, so Büker. Ihm ist aber nur ein Fall bekannt, wo ein Satellit tatsächlich von einem Asteroiden getroffen wurde.

"Dass es Menschen auf der Erde bedroht, das ist definitiv dann der Fall, wenn der Asteroid anfängt, die Atmosphäre zu streifen. Das ist so zwischen 500 und 1000 Kilometern über der Erde."
Michael Büker, Wissenschaftsjournalist

Die Uhrzeit und das Datum können berechnet werden, wo genau der Asteroid allerdings einschlägt, eher nicht, sagt Büker. Es hängt vor allem von der Größe des Asteroiden ab, ob er auf der Erde einschlägt, oder in der Atmosphäre explodiert. So geschehen in Russland 2012. Hier war es vor allem die enorme Druckwelle, die Fenster hat zerspringen lassen und Menschen gefährdete. 

Mehrere Optionen einen Einschlag zu vermeiden

Ihn rechtzeitig zu entdecken, ist das A und O, um sich vor einem Asteroiden zu schützen, so Büker: "Je weiter der Vorbeiflug in der Zukunft liegt, umso mehr Optionen hat man, zu reagieren". Zum Beispiel durch den Versuch, den Asteroiden in seiner Flugbahn abzulenken.

Einen Asteroiden zu zertrümmern, sei zwar auch eine Option, aber weit von dem entfernt, was technisch erprobt ist, so der Journalist: "Eine der aussichtsreichsten Möglichkeiten ist, dass man Jahre vor dem Vorbeiflug ein Raumschiff in die Nähe eines Asteroiden bringt und ihn entweder sanft anschiebt, oder sich einfach nur in der Nähe aufhält“. Im optimalen Fall beeinflussen die Objekte sich gegenseitig mit ihrer Schwerkraft, sodass der Asteroid dadurch seine Flugbahn ändert.

Den Einsatz von Atomwaffen, um einen Himmelskörper abzuschießen, hält Büker für keine gute Option und baut auf Methoden, die weniger zerstörerisch sind. Zum einen ist es international verboten, Atomwaffen im All zu stationieren, zum anderen aber gibt Büker zu bedenken:

"Alles, was man mit einer Rakete hoch ins All bringt, kann auch bei einer Explosion beim Start verstreut werden, und das möchte man mit solchen Waffen eben erst recht nicht."
Michael Büker, Wissenschaftsjournalist