Im Oktober 2017 haben Astronomen den Asteroiden Oumuamua entdeckt - das erste interstellare Objekt, das wir dabei beobachten konnten, wie es durch unser Sonnensystem fliegt. Doch bis heute wissen wir nicht wirklich, was es genau ist.

Der Asteroid hat einen Durchmesser von schätzungsweise 200 Metern und sieht aus, wie eine sehr dicke und lange Zigarre. Der hawaiianische Name bedeutet so viel wie "Botschafter aus einer großen Entfernung". Die Form der Zigarre hat man nur indirekt erschließen können (unser Bild oben ist eine Grafik), denn das Objekt ist so klein, dass es immer nur als Lichtpunkt wahrzunehmen war.

Ein Raumschiff?

Die Zigarrenform hat umgehend die Fantasie diverser Astronomen und Boulevard-Redakteure angeregt: Ob es sich wohl um ein außerirdisches Raumschiff handelt? Nein, sagt Deutschlandfunk-Nova-Astrophysiker Michael Büker. Es bestehe kein Grund zur Sorge.

"Wir können inzwischen davon ausgehen, dass das Objekt keine Gefahr für uns darstellt."
Michael Büker, Astrophysiker

Entdeckt wurde Oumuamua am 19. Oktober 2017 durch das Pan-STARRS-Teleskop auf Hawaii. Bisher steht fest: Der Himmelskörper kommt von außerhalb unseres Sonnensystems. Und er wird immer schneller, obwohl er keinen erkennbaren Antrieb besitzt. Bei seiner nächsten Annäherung an die Sonne sei er fast 90 Kilometer pro Sekunde schnell gewesen, so Büker. 

Poröser Himmelskörper?

Eine neue Hypothese sagt, der Himmelskörper könne ein poröses, sogenanntes "fraktales Objekt" sein. Büker nennt als Vergleich Pulverschnee oder eine Wollmaus, also eine große, leichte Staubkugel. Wenn das Objekt, gemessen an seinem Volumen, so extrem wenig wiege, könne es vom Strahlungsdruck der Sonne beschleunigt werden. 

"Damit die Sonne Oumuamua mit ihrem Licht anschubsen kann, müsste das Objekt 100-mal leichter sein als Luft."
Michael Büker, Astrophysiker

Was dafür spricht: Nachdem Oumuamua an der Sonne vorbeigeflogen war, hatte man beobachtet, wie sich seine Geschwindigkeit weiter erhöht hatte. Diese Annahme wäre eine Alternative zu anderen Erklärungen, etwa der, Oumuamua sei ein Komet.

Michael Büker geht davon aus, dass wir nicht die Möglichkeit bekommen werden, Oumuamua irgendwann mal von Nahem zu sehen. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte werde sich der Himmelskörper wahrscheinlich aus unserem Sonnensystem verabschieden.

Mehr zum Thema: