In Berlin ist der Fahrdienstanbieter Berlkönig gestartet. Fahrgäste sollen weniger zahlen als im Taxi - dafür können andere dazu steigen. Wir haben das Angebot getestet. 

Warum das Unternehmen sich unbedingt Berlkönig nennen musste, ist uns schleierhaft. Schließlich wissen wir, dass der Junge, der bei Goethe im Arm des Vaters durch Nacht und Wind reitet, am Ende tot ist. Aber okay. Wir probieren den neuen Fahrdienst in Berlin trotzdem aus. Direkt am ersten Abend laden wir uns die App runter, über die Wagen bestellt werden können, und warten an der Straßenecke, die uns zugeteilt wird. 

"Ist so ein bisschen wie ein Blind Date. Ich stehe hier und schau alle erwartungsvoll an. Auf meiner App kann ich sehen, dass das Auto sich langsam nähert."
Katharina Kühn hat den Fahrdienst Berlkönig für uns getestet.

Das Konzept des Fahrdienstes Berlkönig ist nicht neu. Schon in anderen Städten laufen ähnliche Projekte. Die Idee wird dadurch aber nicht weniger sympathisch, dass nämlich andere Menschen dazu steigen können und die Kosten auf diese Weise klein gehalten werden. Preislich liegt der Berlkönig zwischen öffentlichen Verkehrsmitteln und Taxi. Man zahlt mindestens vier Euro pro Fahrt, später dann 1,50 Euro pro Kilometer. 

Berlkönig-Wagen hintereinander.
© Deutschlandfunk Nova | Katharina Kühn
Die Flotte des Berlkönigs umfasst erst einmal nur 50 Wagen

Angebot ist erst einmal begrenzt

Das Angebot ist noch begrenzt. Innerhalb von Berlin fährt der Berlkönig nur einige zentrale Stadtteile an, wie Kreuzberg, Mitte oder Prenzlauer Berg. Außerdem umfasst die Flotte nur 50 Autos - und die fahren auch nur Freitag- und Samstagnachts von 17 Uhr bis 5 Uhr. Trotzdem: Die ersten Fahrgäste finden es gut. 

"Ich bin total begeistert. Ich musste nicht laufen. Ich würds noch mal benutzen, aber der Kreis ist halt einfach noch sehr klein."
Berlkönig-Nutzer Alex über seinen ersten Eindruck

Der Menschenrechtsaktivist Raul Krauthausen sitzt im Rollstuhl und kennt die Probleme, die Menschen mit Behinderung haben, wenn sie mobil sein wollen. Wenn er ein Taxi braucht, muss er seiner Erfahrung nach drei Tage vorher anrufen und eins bestellen. Mit dem Berlkönig geht es schneller. Nach der Bestellung gibt die App an, dass das rollstuhlgerechte Auto in 37 Minuten da ist. Letztlich kam es sogar nach 20 Minuten an.  

Ebenfalls interessant: