Vor 80 Jahren veröffentlichte die US-Zeitschrift "Billboard" zum ersten Mal eine Hitparade. Heute hat das Musikgeschäft andere Orientierungshilfen.

Am 4. Januar 1936 hat das amerikanische "Billboardmagazin" zum ersten Mal eine Liste mit den beliebtesten Songs im Heft abgedruckt. Die Idee war damals, die meistverkauften Platten der drei größten Plattenfirmen zu präsentieren, also die drei beliebtesten Platten der Woche. Allerdings war das damals nicht als Info für Musikfans gedacht, sondern die Charts richteten sich an Plattenhändler und an Jukeboxverkäufer, damit sie wussten, welche Songs sie in die Musikbox stellen mussten. Die Liste hat dann eine unvorhergesehene Macht entwickelt, weil auch die Leser sich beim Plattenkauf daran orientiert haben.

An reinen Verkaufszahlen lässt sich heute wenig ablesen

Heute hat die Bedeutung der Billboard Charts nachgelassen. Für Musikjournalisten und Kenner der Branche spielen inzwischen auch viele andere Rankings eine Rolle, zum Beispiel die iTunes-Charts, die Spotify- oder Youtube-Empfehlungen oder Musikblogs wie Pitchfork, Hype Machine oder Ampya. Und dennoch schauen wir heute immer noch auf die Billboard Charts. Wenn zum Beispiel Taylor Swift in den Billboard Charts auftaucht, dann ist klar, dass Musikjournalisten und andere Menschen, die in der Musikbranche arbeiten, ein Auge drauf haben.

So gesehen ist der Erfolg eines Künstlers gar nicht mehr nur in Verkaufszahlen zu messen, sondern er hängt an ganz verschiedenen Faktoren. Deshalb rechnet Billboard inzwischen auch ein paar Streamingdienste und die Anzahl der Radio-Airplays mit rein. Eins steht fest: Wenn jemand heutzutage nur auf Verkaufslisten wie die Billboard Charts schauen würde, dann wäre er ziemlich hinter der Zeit.