Das Deutsche Rote Kreuz schlägt Alarm: Wegen der Pandemie gibt es in vielen Regionen Deutschlands zu wenig Blutspenden. Viele potentielle Spender*innen sind verunsichert.

Um die Coronapandemie einzudämmen, wird immer wieder davon gesprochen, dass wir unsere Kontakte möglichst reduzieren sollten. Und das hat Auswirkungen, zum Beispiel auch auf die Bereitschaft, Blut zu spenden. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Minh Thu Tran hat dazu recherchiert und sagt: "Viele Menschen sind verunsichert wegen der hohen Infektionszahlen." Das Problem ist jedoch: Pandemie oder nicht – Kliniken brauchen Blutkonserven.

Wenn Blutspenden zurückgehen, hat das zur Folge, dass die Blutspendedienste ihre Lieferungen für die Kliniken kürzen müssen. Zum Beispiel sei es schwierig, an seltene Blutgruppen zu kommen, erklärt Stefan Küpper vom DRK-Blutspendedienst. Die Lieferungen an Kliniken mit Blutkonserven der Gruppe "Null negativ" seien um etwa 30 Prozent zurückgegangen.

"Das heißt, bei selteneren Blutgruppen wirkt sich das so aus, dass wir zum Beispiel beim DRK-Blutspendedienst West die Blutgruppe "Null negativ" bis zu 30 Prozent einkürzen."
Stefan Küpper vom DRK-Blutspendedienst West

Während der Pandemie wurden auch beim Blutspenden die Schutz- und Hygienemaßnahmen verschärft. Die Abstände zwischen den Liegen wurden vergrößert, alle tragen einen Mund-Nasen-Schutz und es wird häufiger desinfiziert. "Wenn man allerdings gerade zum Beispiel eine Corona-Impfung oder einen Booster bekommen hat, sollte man lieber einen Tag mit der Blutspende warten", sagt Minh Thu.

Auf der Webseite vom DRK-Blutspendedienst gibt es online eine Seite mit Hinweisen und häufig gestellten Fragen zum Blutspenden während der Coronapandemie. Beim DRK gilt bei allen Blutspenden etwa 3G: Spenderinnen oder Spender müssen geimpft, getestet oder genesen sein.

Sars-CoV-2 wird nicht über Blutspenden übertragen

Eine generelle Testpflicht gibt es nicht. Auch das gespendete Blut wird nicht auf Sars-CoV-2 getestet. Dazu heißt es auf der Seite: "Eine Testung des gespendeten Blutes wird nicht durchgeführt, da sich das Virus nach aktuellem wissenschaftlichen Stand nicht im Rahmen einer Bluttransfusion übertragen lässt."

Auch homosexuelle Männer dürfen spenden

Andere Krankheiten spielen hingegen schon eine Rolle. Deswegen wird das Blut nach der Spende auch auf verschiedene Infektionen untersucht. Unter anderem auf HIV. "Aber diese Tests schlagen bei relativ frischen HIV-Infektionen noch nicht so gut an. Deswegen versucht man praktisch auch schon vor den Tests bestimmte Risikogruppen auszumachen", sagt Minh Thu Tran.

Bis vor kurzem galten homosexuelle Männer ganz generell als Risikogruppe und waren von der Blutspende so gut wie ausgeschlossen. Seit September hat sich das geändert. Inzwischen können alle Blut spenden, die seit mindestens vier Monaten ausschließlich in einer monogam Partnerschaft sexuell aktiv sind.