Der Mineralölkonzern BP entsorgt Ölpellets in einem Kohlekraftwerk in Gelsenkirchen. Wegen der hohen Belastung mit Ölrückständen und Schwermetallen wurden die Pellets in mehreren Gutachten als gefährlicher Abfall eingestuft.

Deutschlandfunk-Nova-Energieexperte Jürgen Döschner erklärt, dass in den Pellets etwa krebserregende Schwermetalle wie Nickel enthalten sind. Kohlekraftwerke, in denen ein Großteil der Pellets gelandet ist, seien leider nicht dafür ausgestattet, die gefährlichen Stoffe herauszufiltern.

Krebserregend trotz eingehaltener Grenzwerte

Auch wenn die Grenzwerte bei der Verbrennung im Kraftwerk eingehalten würden, so Jürgen Döschner, steige das Krebsrisiko für die Menschen, die sich in der Nähe aufhielten. BP und EON würden aber auf diese Grenzwerte hinweisen und so die Verbrennung rechtfertigen. Es komme aber - laut Toxikologen - nicht nur darauf an, diese Grenzwerte nur möglichst knapp zu unterschreiten, sondern eigentlich müssten diese Werte immer so niedrig wie möglich gehalten werden.

Aus Abfall wird Produkt

Außerdem, sagt Jürgen Döschner, seien die Pellets nicht als Abfall, sondern als Produkt, das man einfach verbrennen dürfe, ausgewiesen worden. Das Gesetz sehe aber vor, dass es für ein Produkt immer einen Markt geben muss. Den gebe es in diesem Fall aber nicht, so der Energieexperte.

"80-100 Tonnen entstehen da jeden Tag, und da gibt es keinen Markt für."

Wären die Ölpellets wirklich ein Produkt, bräuchten sie eine Registrierungsnummer. Die hätten die Pellets aber bis heute nicht, erklärt Jürgen Döschner. Die Bezirksregierung Münster folge aber der Argumentation von BP und EON und stimme der Verbrennung in dem Kohlekraftwerk zu. Doch der renommierte Umweltjurist Martin Führ hält die Genehmigung für rechtswidrig. Ob der Vorgang legal ist, müssten jetzt die Gerichte und die Staatsanwaltschaft prüfen, so Jürgen Döschner.

"Es gibt zumindest Zweifel daran, dass das, was da stattfindet, legal ist."
Jürgen Döschner, ​Deutschlandfunk-Nova-Energieexperte

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