Weil es in Tibet nicht genug regnet, will China die Sache mit dem Wetter jetzt selbst in die Hand nehmen und Regen machen - mit großen Schornsteinen.

Die Idee, das Wetter beeinflussen zu können, treibt den Menschen schon lange um. Kein Wunder, denn wir sind in vielerlei Hinsicht abhängig vom Wetter. Zu viel Regen führt zu Ernteausfällen - zu wenig Regen aber auch. Und dann ist da noch die Sache mit dem Grundwasser. 

Genau deshalb möchte China jetzt das Wetter über Tibet beeinflussen. Denn über den Gebirgen hängen zwar viele Wolken, aber die regnen nur selten ab. Viele Menschen in China sind aber abhängig von den Flüssen, die ihre Quellen in Tibet haben. Denn von dort beziehen sie Trink- und Nutzwasser.

Silberjodid aus großen Öfen

In der Regel wird versucht, Wolken mit Silberjodid zum Abregnen zu bringen. Das wird entweder mit Raketen hochgeschossen oder aus Flugzeugen versprüht. Auch in Deutschland wird das gemacht. Zum Beispiel in Weinregionen, um Hagelschäden zu vermeiden.

Die Fläche, die China da allerdings beregnen will, ist so groß wie Deutschland, Frankreich und Spanien zusammen. Flugzeuge und Raketen wären da viel zu aufwändig. Deshalb soll eine Low-Tech-Lösung her: Einfache Öfen aus Metall, sechs Meter hoch und darin wird ein Brennstoff verbrannt, der Silberjodid in Rauchform produziert. Der Wind soll das dann einfach in die Wolken tragen. 500 dieser Öfen sind bereits vor Ort.

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Umstrittene Methode

Die Frage ist allerdings, ob das wirklich funktioniert. Bisher fehlt ein wissenschaftlicher Beweis dafür, dass Menschen Wolken wirklich zuverlässig zum Regnen bringen können. Oder mit anderen Worten: 

Wenn es regnet nach einer Wolkenimpfung mit Silberjodid, dann kann das das Silberjodid gewesen sein, muss aber auch nicht. Zurzeit geht man eher davon aus, dass man das ganze auch lassen könnte, weil es keinen oder einenviel zu kleinen Effekt hat.

Umweltschädlich ist Silberjodid nach aktuellen Stand der Forschung aber nicht, auch nicht für Menschen. Das bestätigt sogar Greenpeace. Viel kritischer ist da die politische Frage:

"Wenn China es tatsächlich schaffen sollte, großflächig Regen zu erzeugen, dann kann dieser Regen woanders nicht mehr fallen. Ist das jetzt sowas wie Regen-Diebstahl?"
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova

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