Andreas Laimböck reiste vor 16 Jahren zum ersten Mal nach China. Die fernöstliche Kultur faszinierte ihn so sehr, dass er geblieben ist. Er gründete eine Sprachschule. Sein Konzept: Völliges Eintauchen in Sprache und Kultur.

Schon während seines Studiums ist Andreas Laimböck viel in Europa gereist. Auf seinen Reisen entdeckt er viel Neues und doch wirkte die Kultur in Frankreich, Italien und England recht ähnlich auf ihn. Als er die Möglichkeit 1999 hatte nach China zu reisen, hatte er zuerst kein besonderes Interesse und keine genauen Vorstellungen. Er dachte sich, "das ist weit weg, also fahre ich hin und schaue es mir mal an".

"Wenn man in Peking mit Leuten Mandarin spricht und denkt, dass man es zu 100 Prozent richtig ausgesprochen hat, schauen einen die Leute an, als ob man ein Außerirdischer sei."

Die Betonung macht den Unterschied

Schon vom ersten Moment an faszinierte ihn die fremde Kultur, die sich so extrem von der europäischen unterscheidet. Bei seinen ersten Versuchen Chinesisch zu lernen, tut sich Andreas Laimböck sehr schwer - wie die meisten Europäer. Durch unterschiedliche Betonung kann ein Wort in Mandarin, dem Hochchinesisch, viele verschiedene Bedeutungen haben. Zum Beispiel bedeutet das Wort "ma", je nach dem wie man es ausspricht, "Mutter" oder "Pferd". Das kann natürlich zu Missverständnissen führen. Obwohl Andreas Laimböck täglich übt und immer wieder versucht, etwas im Restaurant zu bestellen, gelingt ihm das erst nach Wochen. Ein unvergesslicher Glücksmoment für ihn.

"Wenn einen nach Wochen zum ersten Mal jemand versteht, das ist wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen."

Totales Eintauchen in Kultur und Sprache

Der studierte Wirtschaftswissenschaftler Andreas Laimböck verkauft zunächst Medizinprodukte in Peking. Er weiß aber recht schnell, dass er das nicht sein ganzes Leben lang machen möchte. Auf der Suche nach einer Alternative kommt er auf die Idee, eine Sprachschule zu gründen - er nennt sie "Live the Language". Der Sprachschüler soll völlig in die Kultur und die Sprache eintauchen.

"Was ich so faszinierend an China fand, ist, dass der Kulturunterschied gewaltig groß ist. Davor bin ich in Europa gereist - die Kulturen sind doch schon sehr ähnlich."

Damit die Mandarin-Lernenden sofort in den Alltag integriert sind, kommen sie in Gastfamilien unter. Neben Kursen in Shanghai gibt es auch welche in Chengde, das liegt 160 Kilometer nordöstlich von Peking. Ein spannendes Abenteuer für die Sprachschüler, denn hier wird nur Mandarin gesprochen.