Cholesterin wurde jahrelang verteufelt. Eigelb war besonders verdächtig. In den USA kam die Trendwende mit einer offiziellen Diätempfehlung.

Menschen in den USA essen wieder mehr Eier: 93 Milliarden werden es vermutlich allein in diesem Jahr sein. Das sind mehr als bei uns und auch deutlich mehr als noch vor ein paar Jahren in den USA gegessen wurden. Unser Reporter Sebastian Sonntag sagt, das liege hauptsächlich daran, dass Eier in den USA seit 2016 offiziell wieder als gesunde Proteinquelle gelten. Sie werden von der Ernährungsbehörde in einer Kategorie mit magerem Fleisch, Geflügel, Gemüse, Meeresfrüchten und Nüssen geführt.

Vor allem wegen ihres hohen Cholesteringehaltes hatten Eier lange ein schlechtes Image. Noch bis 2016 gab es deshalb eine Warnung vor Eiern in den staatlichen Ernährungsrichtlinien für US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner. Seitdem die Warnung aufgehoben wurde, verdrückt jede und jeder in den USA rund 280 Eier jährlich. Das sind 50 Eier mehr als in Deutschland und zehn Prozent mehr als noch vor 2015.

"Das hat nicht nur viel Eiweiß, sondern ganz viele Vitamine - Vitamin D, auch die B-Vitamine, Eisen ist viel drin, Phosphor, Natrium."

Tatsächlich ist ein Hühnerei ein ziemlich vielfältiges Nahrungsmittel mit vielen Vitaminen, sagt die Ernährungsberaterin Katrin Kleinesper in der ARD. Ihr solltet allerdings nicht versuchen, den Tagesbedarf an diesen Vitaminen und Nährstoffen mit Eiern zu decken. Ein Ei am Tag scheint ein guter Richtwert zu sein. 

Das Cholesterin steckt im Eigelb. 206 Milligramm sind in einem mittelgroßen Ei. Insgesamt hat die Ernährung aber nur einen schwachen Einfluss auf den Cholesterinspiegel. In einem Eigelb steckt zwar mehr Cholesterin als in Fleisch oder Käse, aber trotzdem ist das kein Problem für den menschlichen Körper.

"Wenn wir mehr Cholesterin zu uns nehmen, dann produziert der Körper selber weniger. Wenn wir weniger Cholesterin zu uns nehmen, produziert er mehr. Solange wir keine Fettstoffwechselstörung haben, kann das der Körper selber regulieren."

Gerade abends gibt ein Ei dem Körper, was er nach so einem langen Tag braucht – bei Sportlerinnen und Sportlern ist das zumindest so. Deshalb empfehlen Sportmediziner abends ein Spiegelei mit Kartoffeln. Das versorgt Sportlerinnen und Sportler ausreichend mit allen essenziellen Aminosäuren. In Amerika sind Eier grundsätzlich recht beliebt, sagt Sebastian. Das Allzeithoch liegt bei durchschnittlich 405 Eier pro Kopf – das war kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.

Das beste Ei: einfach nur kochen

In den USA sind Eier vor allem beim Frühstück elementarer Bestandteil in verschiedensten Formen: gekocht, pochiert, gebraten, als Rührei, Spiegelei oder Omelett. Das hören wir auch, wenn wir in den USA irgendwo ein Spiegelei bestellen. Darauf folgen gefühlt ein Dutzend Gegenfragen: Sunny side up? Over easy? Poached? Over hard? Allerdings ist die gesündeste Art, ein Ei zuzubereiten, es in Wasser zu kochen. Am besten nimmt man Eier guter Qualität, möglichst aus regionaler Produktion. Gekocht sind sie etwa drei bis vier Tage haltbar.

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