Covid-19 sei vor allem für alte Menschen gefährlich, heißt es allgemein. US-Forscher warnen in einer neuen Studie, jüngere Menschen seien stärker von schweren Verläufen betroffen als bislang gedacht. Außerdem gibt es neue Erkenntnisse über die Spätfolgen einer Infektion. Viele Betroffene klagen auch Wochen später unter anderem über Erschöpfung, Schmerzen oder Husten.

Nach wie vor sei das Alter ein Risikofaktor, sagt die Wissenschaftsjournalistin Christina Sartori – heißt: Je älter man ist, desto größer ist das Risiko, dass Covid-19 schwer verläuft. Doch das Alter sei nur ein Risikofaktor neben mehreren anderen. Auch zum Beispiel Herz- oder Lungenkrankheiten, Diabetes, ein geschwächtes Immunsystem oder Rauchen spielen eine Rolle.

Ärzte der University of California in San Francisco sagen in einer Studie im Journal of Adolescent Health: Auch junge Erwachsene können solche Risikofaktoren haben. Bei einer Covid-19-Diagnose hätten auch sie dann ein höheres Risiko, im Krankenhaus behandelt werden zu müssen.

"Auch junge Erwachsene können einen oder mehrere dieser Risikofaktoren haben und haben dann ein höheres Risiko, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen, wenn sie Covid-19 haben."
Christina Sartori, Wissenschaftsjournalistin

Zwar gebe es im Vergleich weniger junge als alte Menschen mit Diabetes oder Herzkrankheiten. Doch wenn sich das Virus so stark verbreite wie in den USA, dann steige auch die Ansteckungsgefahr für junge Menschen mit Risikofaktoren, sagt Christina Sartori. Nahezu ein Drittel der jungen Erwachsenen sei laut Studie medizinisch anfällig für einen schwere Verlauf einer Covid-19-Erkrankung. Für die USA gelte außerdem: Innerhalb der Gruppe der 18- bis 25-Jährigen ist laut einer nationalen Umfrage auch das Rauchen als Risikofaktor verbreitet.

Erschöpfung, Husten, Schmerzen als Spätfolgen der Infektion

Wer sich mit dem Virus infiziert hat, aber keine oder kaum Symptome hatte, komme in der Regel recht schnell wieder auf die Beine, berichtet Christina Sartori. Anders sei das bei Betroffenen, die künstlich beatmet werden mussten. Bis zur vollständigen Genesung können Wochen vergehen.

Ein Grund dafür sei, dass sich die Atemmuskulatur bei künstlicher Beatmung abbaue. Solche Spätfolgen gebe es auch nach der Beatmung bei anderen Infektionskrankheiten, doch würden Ärzte unter anderem beobachten, dass Covid-19-Patienten in der Regel länger künstlich beatmet werden müssen, so die Wissenschaftsjournalistin.

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Eine aktuelle Studie aus Italien zeigt außerdem, dass viele Covid-19 Patienten noch an weiteren Spätfolgen leiden. Betroffene, die das Krankenhaus bereits einen Monat verlassen hätten, berichten von außerordentlicher Erschöpfung, Schmerzen in den Gelenken oder im Brustraum, von anhaltendem Husten und vom Verlust des Geruchssinnes.

Nur dreizehn von 140 befragten Personen seien frei von Beschwerden. Für die Hälfte habe sich die Lebensqualität nach eigener Einschätzung verschlechtert. Da nur wenige der befragten Personen beatmet werden mussten, sei das eine hohe Zahl an Beschwerden, so Christina Sartori.

"Von den etwa 140 befragten Patienten haben nur dreizehn Prozent gesagt, dass sie keine Beschwerden mehr haben. Fast die Hälfte hat angegeben, dass sich ihre Lebensqualität verschlechtert habe."
Christina Sartori, Wissenschaftsjournalistin

Spätfolgen wie diese gebe es aber auch bei anderen durch Bakterien oder Viren verursachten Lungenerkrankungen. Im Fall von Covid-19 sei aber unklar, wie lange das neuartige Virus bei den Patienten bleibe. Derzeit könne niemand sagen, wann es wirklich vorbei sei.