Es war das mit am meisten Spannung erwartete Spiel seit Jahren. Jana Reinhardt hat angefangen, Cyberpunk 2077 zu spielen und findet den Hype um das Game nicht übertrieben. Dennoch hat sie auch einiges kritisch anzumerken.

Bei Cyberpunk spielen wir die Rolle von V. Das ist ein Söldner. Oder in Janas Fall eine Söldnerin, die für Geld einfach alles macht: Auftragsmorde, Einschüchterungen, Diebstahl, aber auch mal der Polizei unter die Arme greifen oder bei den Nachbarn klopfen und fragen, ob alles okay ist. Vs Ziel ist es, das eine große Ding zu drehen und in dieser Stadt – Night City – so richtig stinkreich zu werden.

Ein wertvoller Chip des größten Weltkonzerns

V soll einen extrem wertvollen Chip aus den Händen des größten Konzerns der Welt stehlen. Und natürlich nimmt sie den Job an. Allerdings läuft dann alles schief. Und durch eine Verkettung extrem unglücklicher Umstände hat V dann nicht nur den Hersteller des Chips an den Hacken, sondern auch einen neuen Begleiter, den sie nicht mehr los wird.

"Du hast echt Nerven! Erst willst du mich töten, jetzt willst du mein Kumpel sein?! So tun, als wär nichts passiert?"
V zu Johnny Silverhand in Cyberpunk 2077

Um den Begleiter Johnny Silverhand los zu werden, muss V herausfinden, wie sie den Bio-Chip in seinem Gehirn entfernen können. "Wir bereisen dafür die riesige Spielwelt, die vor allem aus der Stadt Night City und den umliegenden Gebieten der kalifornischen Wüste besteht. Dort zapfen wir Daten von Konzernen an, möbeln die Gangs der Stadt auf und durchforsten Nachtclubs, Sexshops, Hinterzimmer-Cyborg-Werkstätten oder helfen kuriosen Auftraggebern", sagt Jana Reinhardt.

"Richtig interessant wird Cyberpunk immer dann, wenn die Geschichten wirklich was über diese futuristische Cyber-Welt erzählen und wir erleben, dass diese ganzen schicken Implantate auch Kehrseiten haben."
Jana Reinhardt, Deutschlandfunk-Games-Expertin

Jana Reinhardt findet, dass der Hype um das Spiel gerechtfertigt war. Allerdings hat sie auch mit anderen Spielenden von Cyberpunk 2077 diskutiert und für einige haben sich die Erwartungen nicht erfüllt. "Viele fühlten sich sogar vom Entwickler CD Projekt Red betrogen", sagt Jana. Diejenigen, die enttäuscht sind, hätten nach der riesigen Werbung – über Jahre hinweg – einfach noch mehr erwartet.

Außerdem laufe das Spiel nicht immer rund. Hier ein paar Beispiele von Jana:

  • Jana konnte die Hauptquest einmal nicht weiter spielen, weil ihrem Cyberdoc die Worte fehlten.
  • Gegner benehmen sich schonmal dümmlich.
  • Cops erschießen V wegen Gaffen und Anrempeln.
  • Autos verschwinden oder verstopfen den Verkehr
  • Johnnys Zigaretten hängen in der Luft statt an den Fingern.
  • Sie wird beim Schleichen erwischt, weil die Figur ständig unkontrolliert nach oben schnipst.
"Erfahrungsgemäß führt viel Crunch auch eher zu Fehlern, weil die Entwickler irgendwann völlig übermüdet und überarbeitet sind –
also kein Wunder, dass das Spiel nicht immer rund läuft."
Jana Reinhardt, Deutschlandfunk-Games-Expertin

Jana führt die Fehler unter anderem darauf zurück, dass die Entwickler über einen ziemlich langen Zeitraum gecruncht haben – also Überstunden an Abenden, Wochenende und Feiertagen gemacht haben.

Janas Fazit für Cyberpunk 2077:

  • Wer eine Neuerfindung des Spielens und eine große, echte, komplett simulierte Welt erwartet, einen perfekten Rollenspiel-Shooter mit riesigen Wahlmöglichkeiten, den wird Cyberpunk 2077 definitiv enttäuschen.
  • Unsere Games-Expertin fand diese vielseitige Großstadt Night City unfassbar schön mit all dem Neon-Licht und den Schattenseiten.
  • Sie findet die Figuren und ihre Geschichten sind faszinierend.
  • Bei aller Kritik am Spiel: Der Hype um Keanu Reeves ist aus Janas Sicht gerechtfertigt: "Am Ende möchte man ihn wirklich nicht aus dem Gehirn kriegen."