Na, der hat aber ganz schön dicke Arme! Ob die das Ergebnis von hartem Training sind oder doch eher von Doping? In dänischen Fitnessstudios wird das von staatlichen Behörden kontrolliert. 

Die Dänische Anti-Doping-Agentur hat ein Programm ins Leben gerufen, mit dem sie das Doping von Privatleuten eindämmen will: In dänischen Fitnessstudios wird regelmäßig kontrolliert, ob es Dopingfälle gibt. Die Studios entscheiden selbst, ob sie daran teilnehmen und bezahlen umgerechnet rund 500 Euro pro Jahr dafür. Etwa die Hälfte aller Studios im Land ist dabei. Dafür bekommen das Personal und die Studiobesucher Beratung wann immer sie wollen.

Kontrolleure wie Søren Voss kommen bei diesen Studios dann unangekündigt vorbei und schauen sich erst einmal um, erzählt Søren. Doping verursache nämlich ganz typische körperliche Merkmale wie zum Beispiel Akne, verschobene Körperproportionen oder einen geringen Körperfettanteil. Das klassische Doping-Klientel seien junge Männer.

"Ich gucke nach klassischen Doping-Merkmalen: Geringer Körperfettanteil, Akne, oder seltsam anmutende Proportionen. Wenn die Arme viel zu groß sind."
Søren Voss, Kontrolleur der Dänischen Anti-Doping-Agentur
Soren Voss, Kontrolleur der dänischen Anti-Doping-Agentur
© Deutschlandfunk Nova | Johannes Kulms
Søren Voss, 40 Jahre alt, Doping-Kontrolleur

Rund 1.000 Mal haben Mitarbeiter der Agentur im vergangenen Jahr Fitnessstudios in Dänemark besucht. 283 Menschen wurden dabei auf Doping getestet, rund die Hälfte der Fälle war positiv. 

Bei positiven Doping-Tests drohen Ausschluss und Sperre

In einem Fitnessstudio in der Stadt Jütland, etwa zwei Autostunden von der deutsch-dänischen Grenze entfernt, fixiert Søren einen jungen Mann, der ins Doping-Schema passt. Thomas Morsing ist 25 Jahre alt, Ex-Soldat, tätowiert und sehr muskulös. Er findet es völlig ok, dass er ins Visier des Kontrolleurs gerät. 

"Das ist doch normal, dass sie zu den großen Jungs kommen. Das sind normalerweise auch die Leute, die Drogen oder Steroide zu sich nehmen."
Thomas Morsing, 25 Jahre alt, trainiert im Fitnessstudio

Die teilnehmenden Fitnessstudios geben ein Versprechen ab: den Mitarbeitern stets Zugang zu erlauben – und Doping-Proben zu ermöglichen. Die Hoffnung der Behörde ist, so Anabolika und andere chemische Substanzen zu entdecken, die bestimmte Dopingmittel verschleiern.

Auch Test-Verweigerer können gesperrt werden

Wenn die Urinprobe eines Besuchers positiv ist oder jemand den Test verweigert, drohen ein mehrjähriger Ausschluss aus den teilnehmenden Fitness-Centern und eine Sperre bei Sportwettbewerben. 

Die DFHO ist der Dachverband der dänischen Fitness-Center. Rund die Hälfte aller dänischen Studios haben sich im Verband zusammengeschlossen. Für die Mitglieder ist eine Teilnahme am Präventionsprogramm Pflicht, sagt DFHO-Chef Morten Brustad. Auf zwei bis drei Prozent schätzt er den Anteil der Dopingfälle.

Die Verantwortlichen wissen, dass sie mit ihren Tests das Doping in der Szene nicht ganz ausmerzen können. Sie hoffen aber, zumindest einige schwarze Schafe zu erwischen und so auch zu verhindern, dass junge Besucher den falschen Vorbildern nacheifern. 

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