Die Fibo-Messe hat zwei Trends offengelegt: Retro-Fitness mit Leder und Holzoptik und Fitness in der virtuellen Welt mit VR-Brille. 

Wenn man auf die Zahlen schaut: Zehn Millionen Menschen in Deutschland sind in einem Fitnessstudio angemeldet - über 27 Millionen sind in Vereinen engagiert, dann muss man zu dem Schluss kommen: Ganz Deutschland macht Sport. Na ja, vielleicht sind auch ein paar passive Mitgliedschaften dabei... Festhalten können wir dennoch: Das Interesse an Sport ist riesig und die Kreativität, was neue Trends angeht, auch. 

Auf der weltgrößten Fitness- und Bodybuilding-Messe Fibo sind natürlich jede Menge Anbieter, die sich ganz verrückte Fitnessübungen und -geräte haben einfallen lassen, die sie gerne als Trend verkaufen wollen. Das haben wir uns natürlich genau angeguckt, was da was taugt und was nicht. 

Elektro-Stimulation

Soll ja Menschen geben, die stehen da extrem drauf: auf Stimulation mit kleinen, gezielten elektrischen Stößen. Ihr kennt das aus anderen Bereichen und vielleicht gehört ihr ja auch zu denen, die ganz froh sind, dass ESM jetzt auch im Fitnessbereich Anwendung findet. Tatsächlich gibt es inzwischen ganze Anzüge für unterwegs. Da kann man mit zuckenden Muskeln Laufen gehen. Unsere Reporterin und auch Christine Graf von der Deutschen Sporthochschule Köln bewerten diesen Trend als verzichtbar.

Sport mit Virtual Reality

Sport mit VR wird uns auf der Messe als "DAS Ding der Zukunft" verkauft. Also hat unsere Reporterin Caro Köhler so ein Ding ausprobiert oder sie ist eher "reingeklettert", wie sie sagt.

Caro Köhler in einem VR-Sportgerät auf der FiBo 2018 in Köln.
© Deutschlandfunk Nova | Caro Köhler
Caro Köhler in einem VR-Sportgerät auf der Fibo 2018 in Köln.
"Da hängt man bäuchlings auf Knien und Unterarmen drin, in so einer Art Fliegerposition.."
Caro Köhler, Deutschlandfunk Nova

Caro musste durch Gewichtsverlagerung durch ein virtuelles Tal fliegen und Ringe sammeln. Bilanz: Auf Anhieb wurde sie nicht fündig, ist gegen einen Baum geflogen und hatte am Ende Kopfschmerzen von der VR-Brille.  

"Und der sportliche Effekt ist mir auch nicht ganz klar geworden."
Caro Köhler, Deutschlandfunk Nova

Computerheld auf Trampolin

Was Caro hingegen deutlich mehr Spaß gemacht hat, war eine Kombination aus Trampolinspringen und Computerheld-sein. Während sie also hoch und runter gesprungen ist, sah sie sich mithilfe einer Kamera und einem Bildschirm als kleine Figur in einem Jump-and-Run-Spiel. Das virtuelle Ich hat dann in der Luft fliegende Angreifer zerstört. Fazit: Sehr anstrengend, sehr lustig – aber zu groß und zu teuer für zu Hause.

Retro-Trend mit Holz und Leder

Auffällig war auf dieser Messe die hohe Dichte an "Back-to-basic-Sportgeräten" Da gab es einige, deren Design allesamt verstärkt auf Leder und Holz setzen - bisschen wie Schulturnhalle vielleicht. Ein Exponat aus dieser Riege war ganz cool; nämlich das "Langlauf-für-zuhause-Gerät". Das kann man sich ins Wohnzimmer stellen. 

"Es funktioniert ähnlich wie ein Rudergerät - nur eben im Stehen mit Hilfe von zwei Schienen auf dem Boden, über die die Langlaufstöcke laufen, die vorne an einer Art Seilzug hängen."
Caro Köhler, Deutschlandfunk Nova

Gewichte heben mit Wasserbällen

Eine interessante neue Idee auf der Messe - und sicherlich eine aufsehenerregende Alternative fürs Fitnessstudio - ist eine neue Art des Gewichthebens: Es sieht aus, wie durchsichtige Wasserbälle zum Aufblasen, nur in Röhrenform. Die werden auf den Rücken geschnallt und dann soll man damit Ausfallschritte machen. Die Herausforderung dabei ist es, gleichzeitig die Balance zu halten, denn das Wasser schwappt auch hin und her und kann einen richtig umhauen. 

Das Anti-Aggressions-Holzgestell

Eine Fitnessvariante, die unsere Reporterin Caro auf Anhieb sehr interessant fand, ist eine Kombination aus Fitness- und Anti-Aggressionstraining. 

Caro Köhler probiert ein Holzgestell mit Schlagstock aus.
© Deutschlandfunk Nova | Caro Köhler
Caro Köhler auf der Fibo 2018 in Köln.

Das Sportgerät ist ein Holzgestell, in dem ein Autoreifen eingespannt ist. Dazu nimmt man einen Baseballschläger in die Hand, womit auf den Reifen geschlagen werden kann. Ein Trainer gibt dann vor, wann, wie oft und von welcher Seite man draufschlagen soll. Die Macher setzen gezielt auf den archaischen Aspekt mit "Homo sapiens und Keule in der Hand" und so. Sportlich gesehen kommt man aber tatsächlich richtig ins Schwitzen.

Caros Fazit: Vieles auf der Fibo ist Quatsch, vieles macht Spaß, und manchmal überschneiden sich beide Aspekte.

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