Nach 26 Jahren ist Schluss: Die Intro macht dicht. Das Musikmagazin lag bisher gratis in Clubs und Plattenläden aus. Der Chefredakteur von Intro, Daniel Koch, erklärt, warum es bald kein Heft und auch kein Onlinemagazin mehr geben wird.

"Seit Freitag war es ja offiziell draußen. Man bekommt jetzt eben viel Beistand und viel Liebe über alle Kanäle. Da wird es dann auch emotional! Da sind Schnaps und Tränen geflossen", sagt Intro-Chefredakteur Daniel Koch zum Ende des Magazins. Viele Leser, aber auch Menschen aus der Musikindustrie hätten online ihre Enttäuschung ausgedrückt. Ein bisschen habe Koch das Ende aber auch seit einiger Zeit kommen sehen.

Das Outro der Intro

Man hätte das Heft auch schon früher einstellen können, erklärt Koch, denn für ein werbefinanziertes Gratismagazin sei es am Markt nicht leichter geworden. "Man hätte die halbe Redaktion rausschmeißen und die Auflage kürzen können, aber das wollte man vermeiden." 

Daniel Koch
© Intro.de
Daniel Koch, Intro-Chefredakteur

Also jetzt das schnelle Ende. Auch im Netz wird es die Intro nicht mehr geben. Auf dem hart umkämpften Onlinemarkt sei das Magazin nicht so gut aufgestellt gewesen, sagt der Chefredakteur. Also auch hier ein Ende.

"Die Leute, die jetzt noch Musikjournalismus beziehen - das ist nicht mehr der Mainstream, sag ich mal."
Daniel Koch, Intro-Chefredakteur

Viele Musikmagazine würden auch mit ihren Lesern mitaltern, weil kaum noch neue Leser nachkommen, sagt Koch. Viele junge Musikfans würde heute eben Musik direkt online konsumieren und hätten weniger Interesse an einem Magazin, dass die Musik nicht gleich mitliefere. "Man entdeckt eben Musik über Spotify, Radio oder iTunes. Da muss Musikjournalismus hart kämpfen", so Koch.

Zukunftsmusik noch ungewiss

Nicht nur Intro, sondern auch andere Titel aus dem Hörstmann-Verlag wie Festivalguide und das Sneaker-Magazin Praise Mag, werden jetzt eingestellt. Bis Ende Juli werde es die Intro noch online geben, sagt Koch. Es könnte natürlich passieren, dass manche Redakteure unter einem anderen Markennamen ein neues Magazin gründen, aber das sei alles noch unsicher, sagt Koch.

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