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Der Sommer ist da. Es ist heiß und das führt zu Schweiß. Der hat aber einen ziemlich schlechten Ruf. Dermatologin Yael Adler will davon nichts hören. Sie sagt: Schwitzen ist essentiell, um unsere Körpertemperatur zu regulieren.

Bei Hitze verliert ein Mensch bis zu sechs Liter Schweiß pro Tag. An Tagen mit milderen Temperaturen oder bei normaler körperlicher Anstrengung ist das etwa ein Liter. Gesellschaftlich gilt bei uns: je mehr Schweiß, desto ekliger. Die Dermatologin Yael Adler ist so etwas wie eine Lobbyistin für die Haut. Sie sagt: Wir sollten uns über den Schweiß, den unser Körper produziert, freuen.

Der Grund: Schwitzen sei nichts Geringeres als unsere körpereigene Klimaanlage. Die Ausdünstung trage dazu bei, dass die Körperkerntemperatur auch bei höheren Temperaturen stabil bleibt.

"Bei steigender Temperatur steigt die Aktivität der Schweißdrüsen. Die Folge ist eine gesteigerte Schweißproduktion. Der Schweiß macht die Haut feuchter und verdunstet. Und uns wird kühler."
Yael Adler, Dermatologin und Autorin des Sachbuchs "Haut nah"

Die unbekannte Superwirkung von Schweiß

Darüber hinaus, erklärt Yael Adler, sei Schweiß ein natürlicher Schutz für die Haut. Er kräftigt den Säureschutzmantel und zersetzt Bakterien, die wir normalerweise auf der Haut haben.

Schwitzen ist auch eine Typfrage

Vor allem im Sommer müssten wir keine Feuchtigkeitscremes nutzen. Der Schweiß bietet der Haut einen natürlichen Schutz. Normalerweise, sagt Yael Adler, schwitzen große Menschen – die also auch eine größere Hautoberfläche haben – mehr als kleinere. Außerdem beeinflusse Sport die Schweißproduktion.

Wer die auf lange Sicht verringern will, könnte es also mit regelmäßigem Ausdauersport versuchen, meint die Dermatologin. Eine andere natürliche Methode, die Yael Adler nennt, ist Salbeitee und Salbeiextrakt.

"Salbei wirkt wie eine milde Nervenblockade. Die Übertragung der Information an die Schweißdrüse wird durch den Stoff verhindert – ähnlich wie bei Botox.“
Yael Adler, Dermatologin

Kleine Kleiderordnung für Sommernächte

Zuletzt hat Yael Adler noch einen Tipp für heiße Sommernächte: Nackt schlafen kann sie nicht empfehlen. "Das ist zwar cool und sexy, aber in den Körperfalten sollte man schon einen lockeren Baumwollschlüpfer tragen." Denn wenn Haut auf Haut liege, werde die Region nicht so gut belüftet. Das führe zu Wärmestau, der wiederum Hautinfektionen wie Leistenpilz oder Rötungen mit sich bringen könne. Und das, da werden sich alle einig sein, ist nun wirklich nicht sexy.