Wer keine Kuh-Milch trinken möchte, findet inzwischen in fast jedem Supermarkt ein breites Angebot an Alternativen. Der absolute Liebling der Deutschen: Hafermilch. Denn die ist nicht nur leicht süßlich, sondern punktet auch mit ihrer Ökobilanz. Außerdem lässt sie sich ganz einfach zu Hause herstellen.

Hafermilch landet immer häufiger im Einkaufsbeutel. Der einzige Haken: Oft ist sie viel teurer als normale Milch. Das muss aber nicht sein: Sie lässt sich ganz einfach und für wenig Geld zu Hause herstellen. Mit einigen Tipps schmeckt sie dann auch wie aus dem Supermarkt.

Es muss nicht schleimig sein

An Rezepten für DIY-Hafermilch mangelt es im Netz nicht. Klassischerweise werden 100 Gramm Haferflocken, ein Liter Wasser und vielleicht eine Dattel für die Süße empfohlen. Nur noch mixen, abseien, fertig.

Das Problem: Selbstgemachte Hafermilch droht immer schleimig zu werden. Das liegt an der Stärke, die in den Haferflocken enthalten ist. Deutschlandfunk-Nova-Reporter Christian Schmitt rät deshalb: Egal, was im Rezept steht, die Haferflocken vorher nicht aufkochen!

"Haferflocken sind ausgewalzte Haferkörner. Deshalb habe ich es für eine bessere Konsistenz und weniger starken Hafergeschmack mit ganzen Haferkörner probiert."
Christian Schmitt, Deutschlandfunk Nova

Für die perfekte DIY-Hafermilch hat unser Reporter in der Küche einiges ausprobiert: Eiswasser, warmes Wasser, mit und ohne aufkochen. Doch den Erfolg brachte etwas anderes. Statt Haferflocken hat er ganze Haferkörner verwendet. So wird der Geschmack milder und die Konsistenz flüssiger.

"Tipp: Hafer über Nacht, oder vielleicht sogar 24 Stunden in Wasser einlegen. So kommt es bereits zu einer leichten Fermentation und damit geschmacklich schnell in die richtige Richtung."
Julia Floss, Köchin und Autorin

Der einzige Nachteil: Es dauert etwas länger. Mindestens acht Stunden sollte der Hafer eingeweicht werden – am besten sogar 24 Stunden. In dieser Zeit fängt die Mischung nämlich schon an zu fermentieren. Dabei wird die Stärke in ihre Einzelteile aufgespalten und der süßliche Geschmack entsteht. Bei gekauften Hafermilch-Produkten werden dafür Enzyme hinzugefügt, erklärt Köchin und Autorin Julia Floss.

Fermentieren statt süßen

Wer sich für die lange Variante entscheidet, braucht später kein Süßungsmittel mehr hinzufügen. Denn durch die Fermentation bekommt die Hafermilch bereits einen süßlich-herben Geschmack, erklärt Christian Schmitt.

"Ein wenig Fett sorgt für eine cremigere Konsistenz und später für ein bisschen Schaum. Ich verwende Rapsöl, weil sich das am besten mit Wasser verbindet."
Christian Schmitt, Deutschlandfunk Nova

Auf der Zutatenliste der gekauften Hafermilch-Sorten ist außerdem auch ein wenig Fett zu finden. Das sorgt für eine cremigere Konsistenz und etwas Schaum. Unser Reporter fügt seiner DIY-Hafermilch deshalb etwas Rapsöl hinzu. Das hat viel Lecithin, weshalb es sich besser mit Wasser verbindet als andere Öl-Sorten. Dann alles pürieren, abseien und schon schmeckt es wie aus dem Supermarkt.

Hafermilch selbst herstellen – so geht's

  • 100 Gramm Hafer in 1 Liter Wasser geben. Haferkörner am besten in Bio-Qualität wählen, wegen der Rückstände.
  • Abgedeckt bei Zimmertemperatur mindestens acht Stunden stehen lassen – noch besser 24 Stunden.
  • 2 EL Öl und 3 Eiswürfel (gegen Schleim) dazugeben.
  • Dann die Mischung 1-2 Minuten je nach Leistung des Mixers pürieren. Länger erhöht die Gefahr von Schleim.
  • Milchige Masse durch einen Nussbeutel geben. Zur Not funktioniert es auch mit einem sehr feinem Sieb. Dann die Masse leicht auspressen. Wer zu fest drückt, erhöht wieder die Gefahr von Schleim.
  • Geschmack mit Zucker und eventuell einer Prise Salz anpassen, falls die Fermentation noch nicht ihre ganze Arbeit leisten konnte.
  • Der restliche Hafer muss nicht in den Abfall! Damit lässt sich beispielsweise noch Kuchen backen.