Die RTL-Serie Dschungelcamp geht in die nächste Runde. Gedreht wird wieder in Australien, wo es an vielen Orten brennt. Politiker und andere fordern, die Sendung auszusetzen.

Heute (10.01.) ziehen zwölf Kandidaten ins RTL-Dschungelcamp. Die Serie wird in Australien gedreht – also in dem Land, in dem gerade Busch- und Waldbrände großflächig Natur und Städte zerstören.

In sozialen Medien äußern sich nun manche Menschen und fordern, die Sendung nicht zu produzieren und nicht zu auszustrahlen.

Auch Politiker melden sich zu Wort. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte der Bild-Zeitung: "Ich finde es angemessen, während dieser Brände die Sendung Dschungelcamp, die ich persönlich aber auch grundsätzlich entbehren könnte, dort nicht weiter zu drehen."

Die medienpolitischen Sprecher der CDS/CSU- sowie der FDP-Bundestagsfraktionen äußerten sich ähnlich.

Dschungelcamp findet statt

Der Drehort des Dschungelcamps ist hunderte Kilometer vom nächsten Waldbrand entfernt, für die Beteiligten gibt es keine Sicherheitsbedenken. Die Forderung nach Einstellung der Serie hat also mehr einen moralisch-ästhetischen Charakter: Sollte eine Unterhaltungsshow in einer Region produziert werden, wo tausende Menschen um ihre Existenz kämpfen?

"Dass der Dschungelkönig seinen Gewinn spendet, ist fraglich."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Der ausführende Sender RTL hat keinen Zweifel daran gelassen, dass das Dschungelcamp wie geplant stattfindet. Allerdings gelten in diesem Jahr spezielle Regeln: Statt offenem Feuer wird ein Gaskocher verwendet. Rauchen ist nur in einem bestimmten Bereich erlaubt, Kippen müssen in einem Spezialaschenbecher entsorgt werden.

Dschungel-Camp Moderatorin Sonja Zietlow hat auf Facebook daran erinnert, dass an der Produktion Arbeitsplätze hängen, die die Menschen jetzt nicht auch noch verlieren sollten.

Preisgeld spenden?

Ex-Dschungelkönig Peer Kusmagk hat vorgeschlagen, dass der nächste Dschungelkönig die 100.000 Euro einfach spendet, die er bekommt. "Ob das auf so viel Gegenliebe stößt, ist fraglich", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Sebastian Sonntag. "Denn die Teilnehmer machen ja gerne mal aus Geldnot mit."

Raúl Richter, Teilnehmer in diesem Jahr, findet es selbst seltsam, in dieser Situation bei einer Unterhaltungsshow mitzumachen, verweist aber auf den Vertrag, den die Teilnehmer mit RTL geschlossen haben.