E-Scooter sind in den USA im Trend. In Deutschland sollen die motorisierten Tretroller noch in diesem Jahr für den Straßenverkehr zugelassen werden. Brauchen wir das?

Der E-Scooter-Markt in den USA ist ein Verleihgeschäft. Die Roller stehen in vielen Metropolen an jeder Ecke und können - wie beispielsweise Fahrräder bei uns - über eine App gemietet werden.

In Washington haben die Mietroller aber nicht nur Freunde: Viele Anwohner stören sich an den Rollern, die überall abgestellt werden. Sebastian Schreiber, ARD-Korrespondent in Washington, berichtet, dass viele Pendler die E-Scooter für kurze Strecken nutzen. Es mache Spaß, erzählt etwa Dave, der täglich mit so einem motorisierten Tretroller fährt.

In den USA braucht man in der Regel einen amerikanischen Führerschein, um mit dem E-Scooter unterwegs zu sein. Sofern es einen Radweg gibt, sollen die Roller darauf fahren - denn für den Bürgersteig sind sie mit ihren rund 20 Kilometern pro Stunde zu schnell.

Kommen 2019 die E-Scooter?

Auch in Deutschland sollen E-Scooter wohl noch in diesem Jahr eine Zulassung für den Straßenverkehr bekommen. Vermutlich ist die Zulassung an eine Höchstgeschwindigkeit für die Elektroroller geknüpft. Es wird voraussichtlich eine Versicherungspflicht geben.

Pro E-Scooter: Sie entlasten den Verkehr

Gerade in den Innenstädten, da wo der Autoverkehr oft ein Problem ist, könnten die E-Scooter Alternativen schaffen, meint Start-up-Gründer Oliver Risse von Floatility, der E-Tretroller herstellt und vertreibt. Besonders geeignet seien sie auf kurzen Strecken.

Floatility-Gründer Oliver Risse - betreibt ein E-Scooter-Start-up
"Alles, was den Autoverkehr zurückdrängt, ist erst mal gut für die Innenstädte. Natürlich bedarf es da einer Infrastruktur, die für Fahrräder aber auch E-Scooter ausgebaut ist."

Doch das Fahren mit dem E-Scooter ist nicht ganz ungefährlich. In den USA kam es auch schon zu Todesfällen bei Stürzen. Wichtig seien vor allem sichere, gut befahrbare Wege, meint Oliver Risse. 

Contra E-Scooter: Sie könnten Fußgänger behindern

An E-Scootern grundsätzlich hat auch Roland Stimpel vom Verein Fachverband Fußverkehr Deutschland nichts auszusetzen - sie seien leicht, leise und verursachten keine Emissionen. "Jeder E-Scooter auf den Straßen ist besser als jedes Auto", sagt er.

Was ihn besorgt: Er möchte nicht, das E-Scooter auf Bürgersteigen fahren. Denn dort störten sie die Fußgänger, sagt er, schlicht, weil die Scooter viel schneller sind. Die Fußwege seien oft zu schmal, als dass noch Platz für E-Scooter wäre. Seiner Meinung nach gehören die Roller auf die Straße. Wobei der Verein generell für ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern in Städten ist, das diene der Sicherheit aller.

Roland Stimpel vom Verein Fachverband Fußverkehr Deutschland
"Fußgänger brauchen mindestens eine Breite von 2,50 Metern, damit sie entspannt nebeneinander - mit Rollstuhl oder Kinderwagen - entlanggehen können."

Laut den aktuellen Entwürfen aus dem Verkehrsministerium sollen die E-Scooter nicht auf den Straßen fahren. Es sieht aus, als ob sie eher für Radwege und Bürgersteige freigegeben werden. Roland Stimpel kritisiert das: Der Verkehrsminister denke nur an die Autofahrer, meint er. Man könne dieses Konzept einmal überdenken, wenn man jetzt über die Zulassung für E-Scooter spricht.

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