In viele Städten und Ländern sind elektrische Tretroller extrem angesagt. In Deutschland dürfen E-Scooter allerdings noch nicht legal im öffentlichen Verkehr gefahren werden.

Tretroller sind praktisch. Sie brauchen nicht viel Platz, sie sind umweltfreundlich und wendig, ihr kommt in dichten Städten schnell von einem Ort zum anderen. Sie sind im Prinzip keine wahnsinnig komplexe Erfindung: Ein Brett zum Stehen, Räder, eine Stange mit Lenker, fertig. Doch für die deutschen Behörden und die Straßenverkehrsordnung sind Tretroller mit Elektromotor immer noch ein Gefährt, mit dem sie nicht so recht etwas anzufangen wissen. 

Die Elektroroller oder E-Scooter sind auf deutschen Straßen noch nicht offiziell zugelassen. Es muss erst noch geregelt werden, welche Voraussetzungen sie für den Straßenverkehr erfüllen müssen. "Deshalb darf man damit momentan nur auf privaten Grundstücken fahren", erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Dominik Peters. Es gibt Regeln für Fahrräder und E-Bikes, für Mofas und für die Elektro-Vespa. Für E-Scooter aber noch nicht.

"Die Gesetzgebung sagt: 'Wir wissen nicht, was ein E-Scooter ist.'"
Greta Schäfer vom E-Scooter-Hersteller Egret

Der E-Scooter steht irgendwie zwischen den Stühlen, sagt Greta Schäfer vom E-Scooter-Hersteller Egret: "Es ist nicht wie ein E-Bike, die Motorkraft ist nicht unterstützend, sondern ausschließlich. Und wir können es auch nicht in die Kategorie Elektro-Vespa oder so setzen, weil es keinen Sitz hat." Darum zuckeln die elektrischen Roller zwar durch Österreich, die Schweiz, Belgien, die Niederlande, Finnland und Norwegen, aber eben noch nicht durch Deutschland.

E-Scooter sind wie Fahrräder

Die Straßenverkehrsordnung muss also überarbeitet werden, bisher gibt es in Deutschland nur Verordnungsentwürfe. Demnach sollen E-Scooter zwischen 12 und 20 Stundenkilometer fahren dürfen und verkehrsrechtlich wie Fahrräder behandelt werden. "Das würde am Ende bedeuten, dass Features wie Front- und Rücklicht, Vorderrad und Rückradbremse vorhanden sein müssen", sagt Greta Schäfer. Und der Scooter-Fahrer muss sich im Verkehr wie ein Fahrradfahrer verhalten.

"20 Stundenkilometer sind eine ganze Menge für so kleine Fahrzeuge mit so kleine Reifen. Da muss ja nur mal ein Schlagloch kommen oder eine Bordsteinkante. Da kannst du dich schnell langlegen."
Dominik Peters, Deutschlandfunk Nova

200 bis 1500 Euro kosten E-Scooter zurzeit, und werden bereits in Deutschland verkauft – und teilweise illegal im öffentlichen Raum genutzt. Oder legal auf privaten Grundstücken wie Firmengeländen oder auf Messen. "In den USA zum Beispiel boomen die aber total", sagt Dominik Peters. Allerdings auch mit der Folge, dass dort die Zahl der Unfälle steigt.

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