Jasmin will Sterbeamme werden. Um die Ausbildung zu finanzieren, startet sie eine Crowdfunding-Kampagne. Damit, dass sie so tatsächlich 5800 Euro für ihr Vorhaben sammelt, rechnet sie nicht.

Jasmin ist nicht gläubig. Das bringt ein großes Problem mit sich: "Ich habe kein Konzept von dem Danach. Davor habe ich Angst." Doch Jasmin stellt sich der Angst vor Sterben und Tod. Denn sie hat gemerkt: Sie kann anderen etwas geben. Gerade in ganz besonders schwierigen Situationen. In ihr ist ein eher ungewöhnlicher Wunsch gereift: Sie möchte Sterbeamme werden.

Ausbildungsfinanzierung per Crowdfunding

Deswegen hat sie im Februar 2018 nach langem Zögern eine Crowdfunding-Kampagne gestartet - 5800 Euro für verschiedene Bausteine, unter anderem:

  • Sterbeammen-Ausbildung
  • Weiterbildungen zu Sterbebegleitung im Hospiz
  • Seminar zu Sterbebegleitung von Kindern
  • Fahrtkosten
  • Prüfungsgebühren

Und tatsächlich haben die Menschen gespendet. Dafür hat sich Jasmin bei allen persönlich bedankt.

"Ich habe mich bei jedem einzelnen Spender bedankt."
Jasmin Schreiber

Jasmin will den Job später ehrenamtlich machen und kein Geld damit verdienen. Deshalb soll es auch kein Fulltime-Job werden.

Dass sie etwas geben kann, das hat sie schon früh gemerkt. Seit Jahren fotografiert sie sogenannte Sternenkinder. Das sind Babys, die während oder kurz nach der Geburt sterben. "Das sind nicht nur dunkle, sondern auch sehr schöne Momente", sagt Jasmin.

"Ich bin da, um zu dokumentieren."
Sternenkind-Fotografin Jasmin Schreiber

Außerdem bloggt Jasmin auf Sterben üben über den Tod und alles, was dazugehört. Vielleicht hilft ihr auch ihr Biologiestudium, um dem Tod nahe zu treten. Jetzt soll auf jeden Fall noch die Ausbildung zur Sterbeamme dazukommen. Sie selbst lernt bei der Beschäftigung mit dem Thema das Loslassen.

"Es geht ums Loslassen! Dann habe ich die Hände frei für was Neues."
Jasmin Schreiber

In Eine Stunde Talk erzählt Jasmin, warum sie Sterbeamme werden will, warum "Friedhof der Kuscheltiere" eines ihrer Lieblingsbücher ist und was sie auf Friedhöfen gelernt hat.

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