Energie steckt fast überall - man muss sie nur ernten. Im Sonnenschein, im Wind, in den Gezeiten - aber längst nicht nur dort.

Mit dem weiten Feld des Energy-Harvesting versucht der Mensch, freie Energie nutzbar zu machen. Solarenergie und Windkraft sind dabei die wohl bekanntesten Felder, die wir in unserer Selbermach-Sendung, dem Netzbasteln, bereits ganz praktisch beackert haben. Aber auch aus schlichten Vibrationen oder der Abwärme von Alltagsgegenständen lässt sich Strom gewinnen.

Aus einer Temperaturdifferenz elektrische Spannung erzeugen

Inspiriert von einer Idee seines Bastelberaters Georg Werner, von Projekten des Medienkünstlers Aram Barthol und einem Artikel des Make-Magazins erntet unser Netzbastler Moritz Metz elektrische Energie: aus einem Teelicht und aus einer Straßen-Gaslaterne. Und zwar mithilfe von sogenannten Peltier-Elementen, die als thermoelektrische Generatoren aus einer Temperaturdifferenz eine elektrische Spannung erzeugen können.

Die elektrische Ausbeute der Peltier-Elemente genügt zwar für kaum mehr als das Betreiben von Weihnachtskarten-Soundmodulen - aber die klingen richtig schön!

Die Gaslaterne macht Musik

Zuerst wird das Modul von einem Teelicht betrieben und spielt ganz munter vor sich hin – dann steigt Moritz damit auf die Leiter. Die Straße seiner Kreuzberger Werkstatt wird noch von uralten Gaslaternen beleuchtet. Diese Innovationen aus der Kaiserzeit stehen in Berlin noch zu Zehntausenden herum – und jede einzelne Laterne verbraucht mit 4.500 Kilowattstunden im Jahr genauso viel Erdgas wie die Heizung einer kleinen Wohnung. Doch gerade mal drei Prozent der Laternen-Energie entfällt dabei auf Licht – die restlichen 97 Prozent werden als Abwärme in den Nachthimmel verfeuert. Kann man ja mal Musik mit erzeugen!

Musizierende Gaslaterne basteln.
uch die Abwärme von gasbetriebenen Straßenlaternen genügt, um Weihnachtsmelodien abzuspielen - die ganze Nacht lang.