Manche Dinge sind kompliziert. Um sie zu verstehen, brauchen wir Emotionen, Bilder, Kopfkino. Wir brauchen eine Story, die uns wirklich berührt. So wie diese hier: Die Geschichte vom Klimawandel.

Wie jeden Abend hatten sich die Kinder auf Opa Stephans Ohrensessel getrollt, um die alten Geschichten vom Klimawandel zu hören: "Das war 2029, als in Spanien zum ersten Mal Temperaturen von über 60 Grad Celsius gemessen wurden. Da kappte die Regierung den Haushalten den Strom. Spanien musste sich entscheiden: Entweder Strom für Elektronikgeräte und Licht zum Lesen - oder für die Entsalzungsanlagen, für das lebenswichtige Trinkwasser. Und so ..."

Booom!

Es gab einen lauten Knall. Jonathan zuckte so heftig zusammen, dass Stephan von seinem Buch aufsah und ihm beruhigend die Hand auf die Schulter legte. Wenn es draußen stürmte, schlugen die Fensterläden gegen das Haus. Jonathan, Helena und Frederick wären aber sicherlich nicht derart erschrocken, wenn Stephan nicht wieder einmal die Geschichten vom menschlich verursachten Klimawandel und seinen schrecklichen Folgen erzählt hätte. Die Enkel gruselten sich davor. Und doch wollten sie die Geschichte immer wieder hören.

"Im wahren Sinne des Wortes muss mich eine Geschichte berühren, sie muss mich selber betreffen und in meinem direkten Umfeld stattfinden. Dann erreicht mich das und ich bin bereit, mich entsprechend empathisch zu verhalten."
Tobias Hofmann, Geschäftsführer und Inhaber der Werbeagentur Polivox

"Seit Jahren schon wussten die Menschen, dass genau das passieren konnte. Aber als es tatsächlich geschah, da waren sie dennoch gelähmt und unfähig zu handeln. Die Millionen und Abermillionen Klimaflüchtlinge waren ja nicht freiwillig gekommen, hatten sich ja nicht aus Spaß dazu entschlossen, alle deutschen Flughäfen zu besetzen. Der Grund hinter all dem war ja, dass der Golfstrom ins Stocken geraten und die Äquatorialregionen so wahnsinnig heiß geworden waren..."

"Die Geschichte muss zu Ende erzählt werden. Und das Bad End müsste man tatsächlich benennen. Eine Geschichte die deutlich macht, was du alles verlieren kannst, kann etwas verändern."
Tobias Hofmann, Geschäftsführer und Inhaber der Werbeagentur Polivox

"Kurzum: Diese Welt war schon lange nicht mehr lebenswert: aufgrund des Trinkwassermangels, der Krankheiten und Epidemien, die die Menschen schon für lange ausgerottet geglaubt hatten."

Doch hier nun machen wir Schluss mit der Geschichte vom Klimawandel. Denn zum Glück war ja alles ganz anders gekommen. Um 2015, als der Klimagipfel in Paris stattfand, da rafften sich die Menschen auf und sahen ein, dass es Zeit war für eine Veränderung.