Obwohl der Tod unweigerlich zum Leben dazugehört, fällt es vielen schwer darüber zu sprechen. Manchen dagegen hilft es, wie Basti, offen mit dem Verlust einer nahestehenden Person umzugehen. Susann und Caroline sprechen in ihrem Podcast über Tod und Trauer und darüber, wie sie sich mit den Jahren verändert hat.

In dieser Ab 21-Folge wird Tod und Trauer thematisiert. Bei manchen Menschen können diese Themen negative Reaktionen auslösen oder retraumatisieren. Bitte sei achtsam, wenn das bei dir der Fall ist.

Basti hat erst vor einigen Monaten seinen Vater verloren, der plötzlich bei einem Unfall ums Leben kam. Noch immer sei es für ihn schwierig zu begreifen, dass der Tod endgültig ist.

"Die erste Zeit war für mich eine unfassbare Überforderung, eine Unfähigkeit, es zu begreifen. Den Tod selbst versteht man schnell, aber dessen Endgültigkeit nicht."
Bastis Vater ist vor einigen Monaten gestorben

Geholfen hat Basti in der ersten Trauer, viel Zeit mit der Familie zu verbringen. Aber auch viel mit seinen Freunden und Freundinnen über seinen Verlust und seine Trauer zu sprechen. Auf Instagram postet er immer wieder Trauersätze und setzt sich so mit seinen Gefühlen auseinander.

Wie unser Körper auf Trauer reagiert

Verlieren wir eine nahestehende Person, dann erleben wir verschiedene Phasen der Trauer. In der akuten Trauer, wenn wir die verstorbene Person vermissen, ist unser Körper anfälliger für Krankheiten, weil unser Immunsystem weniger stark ist, sagt Rita Rosner. Sie hat den Lehrstuhl für Klinische und Biologische Psychologie an der katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt inne. Auch Herzinfarkte können sich nach dem plötzlichen Verlust eines geliebten Menschen ereignen.

Aber nicht jeder Tod eines Menschen ist für uns gleich tragisch: Manche Todesfälle kündigen sich durch lange Krankheit oder hohes Alter an, sodass wir uns darauf vorbereiten können.

Rita Rosner, Lehrstuhl für Klinische und Biologische Psychologie an der katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
"Je näher und je plötzlicher dieser Todesfall ist, desto stärkere Auswirkungen hat er auf den Körper."

Die meisten Menschen reagieren nach dem Tod eines nahestehenden Menschen mit Trauergefühlen: Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, Gedanken an die Person und Sehnsucht nach der verstorbenen Person. Sie haben auch das Gefühl, den Tod nicht akzeptieren zu können, denken, die Person sei immer noch da. Manche Menschen reagieren auch mit Bitterkeit oder Wut, erklärt Rita Rosner.

Wenn diese Sehnsucht nach der verstobenen Person länger als ein Jahr anhält, dann handele es sich womöglich um eine anhaltende Trauerstörung. Das betreffe Menschen, die es nicht schafften, aus der Trauer wieder herauszukommen. Rita Rosner rät allen Trauernden, sich nicht unter Druck zu setzen, schnell aus der Trauer herauskommen zu wollen, weil jeder Trauerverlauf sehr individuell sei.

Trauer ist individuell verschieden

Susann Brückner und Caroline Kraft machen gemeinsam den Podcast "endlich. Wir reden über den Tod" und haben auch ein Buch mit dem Titel "endlich. Über Trauer reden" geschrieben. Sie haben zusammengefunden, wie Caroline beschreibt, weil sie fast gleich alt sind, sich in einer ähnlichen Lebenssituation befinden und beide ganz unterschiedlich getrauert haben.

Susann hat in ihrer Trauer eher an Strukturen festgehalten und wollte weiter dazugehören. Zwischendrin hätte sie immer wieder "Trauerknoten" erlebt. Caroline dagegen sagt, sie sei "in ein tiefes, schwarzes Loch gefallen", nachdem ihr Ex-Freund gestorben ist. Sie sei mehrere Monate nicht mehr arbeiten gegangen und es sei ihr schwergefallen, die alltäglichen Dinge des Lebens zu erledigen.

"Ich hatte vorher noch nie von jemandem gehört, dass er so ganz in seiner Trauer verschwindet."
Caroline über ihre erste Zeit der Trauer

Susann war damals auch eine Arbeitskollegin von Caroline und bot ihr, als Caroline nicht mehr zur Arbeit kam, an, über den Verlust zu sprechen. So fing Susann an, die Trauer nach dem Suizid ihres Vaters zuzulassen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie die Trauer verdrängt.

Inzwischen sei Carolines Trauer "viel leichter geworden" und habe sich stark verändert. Ein Irrtum sei, dass viele denken würden, die Trauer sei irgendwann vorbei, sagt Caroline. "Wenn ein wichtiger Mensch stirbt, dann verändert man sich und das Leben verändert sich."

Wenn Menschen einer trauernden Freundin oder einem trauernden Freund helfen wollen, sollten sie sie ansprechen und fragen, ob sie reden möchten oder wie man ihnen helfen kann. Schließlich gebe es kein Pauschalrezept, wie man auf Trauernde zugeht, sagen die beiden.

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  • Moderatorin:  Shalin Rogall
  • Gesprächspartner:  Basti, hat vor einigen Monaten seinen Vater verloren
  • Gesprächspartnerinnen:  Susann Brückner und Caroline Kraft, Podcasterinnen, Autorinnnen von "endlich. Wir reden über den Tod"