Gegen gesunde Ernährung ist nichts einzuwenden. Im Moment werden allerdings einige Produkte auffällig offensiv gehyped. Aber was können Goji, Chia und Acai wirklich? Ist dieses Essen wirklich besser als alles andere? Eher nicht.

Der November steht vor der Tür - und damit die Erkältungszeit. In den Bussen und Bahnen dieser Republik wird schon jetzt geschneuzt und geniest, was das Zeug hält. Eine Möglichkeit, dem vorzubeugen, ist eine gesunde vitaminreiche Ernährung.

Kein Allheilmittel

Wenn man sich jetzt jeden Morgen Superfood wie Chia, Goji und Acai ins Müsli wirft, ist das zwar nicht schädlich - es gibt aber auch bedeutend günstigere Alternativen, die eine vergleichbare Wirkung haben, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Sein Urteil: "Das Marketing verspricht Dinge, die nicht stimmen."

"Die Produkte haben zwar einen gewissen positiven Effekt, es steckt aber vor allem Marketing dahinter."
Armin Valet, Verbraucherzentrale Hamburg
  • Goji, eigentlich (ungleich schöner) "Gemeiner Bocksdorn" genannt, wird oft in der chinesischen Küche verwendet - man kann sich die Beeren aber auch ins Müsli werfen
  • Chia gehört zur Salbei-Familie - die Samen sind reich an Proteinen, Omega-3-Fettsäuren und Mineralstoffen und sind gut für die Verdauung
  • Acai (Euterpe oleracea) oder "Kohlpalme" ist eine Palmenart aus Südamerika – die Acai-Beeren sind ein wichtiges Lebensmittel in manchen Amazonas-Gebieten

Dass das Superfood bei Herzproblemen hilft, sei zum Beispiel nicht wissenschaftlich belegt. Da würden die Hersteller in eine Grauzone vorstoßen. Cia-Samen enthielten zwar viele Omega-3-Fettsäuren - die könne man sich aber auch über andere Lebensmittel zuführen.

"Vollkorn-Produkte, Milch und wenig Fleisch. Dann kann man dem Herbst und Winter getrost entgegensehen."
Armin Valet

Acai wird in Europa auch als Schlankheitsmittel angepriesen. Die Beeren enthalten zwar viele Antioxidantien - doch auch nicht mehr als andere Früchte.

Nicht allen Herstellerangaben trauen

Auch nicht bewiesen: "Superfood" soll gegen Krebs helfen oder sogar jünger machen. Die Einschätzung von Armin Valet: Mineralstoffe, Vitamine und Omega-3-Fettsäuren sind schön und nice to have - die Inhaltsstoffe allein machen aber noch lange kein Wundermittel aus.

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