Das EU-Bio-Siegel soll eigentlich garantieren, dass in Bioprodukten auch Bio drin ist. Aber wie wird eigentlich überprüft, ob die Auflagen auch in Anbaugebieten außerhalb der EU eingehalten werden? Antwort: mangelhaft bis gar nicht.

Sesam aus Ägypten, Bohnen aus China oder Olivenöl aus Tunesien. Das Biosiegel verspricht Verbrauchersicherheit, doch die hängt sehr stark davon ab, wie die sechs Kontrollen pro Jahr auf landwirtschaftlichen Betrieben und Feldern ablaufen. 

Die ARD-Recherche zeigt, dass in manchen Ländern private Kontrollstellen im Einsatz sind, die zum Teil abhängig sind von den Betrieben, die sie kontrollieren müssen. Die Betriebe suchen sich ihre Kontrolleure auch selbst aus.

Zu wenig unabhängige Kontrollstellen

Manche Kontrollstellen befinden sich gar nicht direkt in dem Land, aus dem die Produkte kommen: So kann es zum Beispiel passieren, dass französische Kontrollstellen ihre Leute nach Argentinien schicken.

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Seit 5 Jahren gibt es das EU Bio-Siegel. Aber richtig BIO ist das noch lange nicht, es sind nur Mindeststandards. Zwischen den BIO-Siegeln sind die Unterschiede groß #Bio #Biofleisch #biosiegel #essen #ei

Wie dünn das Netz der Kontrolleure ist, zeigt schon die Zahl der Kontrollstellen selbst, sagt Hendrike Brenninkmeyer, Mitautorin der TV-Doku "Vorsicht, Verbraucherfalle! – Mogelei bei Bio-Produkten", die am 18.12.2017 um 22.45 Uhr in der ARD zu sehen ist.

"Es gibt 59 private Kontrollstellen, die das weltweit überprüfen – mit geschätzt 900 Subkontrollstellen. Diese Kontrollstellen wurden 2017 von der EU genau sieben mal überprüft."
Hendrike Brenninkmeyer, Journalistin

Hendrike Brenninkmeyer hat sich deshalb auf den Weg nach Chile gemacht, um selbst mal zu überprüfen, ob die Regeln eingehalten werden. 

Heimlich auf einer chilenischen Apfelplantage

Auf einer Apfelplantage hat sie heimlich Stichproben von Blättern genommen…

"Die Laborwerte haben erschreckend hohe Werte von im Biolandbau verbotenen Pestiziden offenbart. Ein Insider hat uns gesagt: Das sieht ganz stark nach konventionellem Landbau aus."
Hendrike Brenninkmeyer, Journalistin

Auf den Äpfeln selbst waren interessanterweise aber keine Pestizide, nur auf den Blättern. Wenn man geschickt spritze, sei es aber möglich, den Pestizid-Einsatz entsprechend zu kaschieren, sagt Brenninkmeyer.

Vor Ort stießen die Recherche der ARD-KollegInnen natürlich auf wenig Begeisterung. Nach Äthiopien etwa habe sich niemand gewagt: Dort sei es unter Umständen lebensgefährlich, Kontrollen durchzuführen, sagt Brenninkmeyer. Die Plantagen seien in den Händen der Regierungspartei – und die verständen da gar keinen Spaß.

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