Evolutionstheorie für Dummys? Perfekt an die Umgebung anpassen. Der Eisbär hat ein weißes Fell, die Giraffe einen langen Hals. Forscher der Uni Konstanz haben jetzt Buntbarsche genauer unter die Lupe genommen.

Der Versuchsaufbau: Die Fische mussten Schnecken fressen. Die eine Hälfte, wie in der freien Wildbahn, indem sie die Schalen mit denn Zähnen knackten, um an ihrer Beute zu kommen. Bei der anderen Hälfte haben diese Arbeit schon die Forscher erledigt. Das Ziel der Forscher: Herausfinden, wie sich unterschiedliche Arten von Futter auf die Zähne der Buntbarsche auswirken.

Gene an- oder ausschalten

Anders als beim Menschen werden bei den Buntbarschen die Beißer nämlich ständig neu ersetzt. Was die Forscher schnell feststellen konnten - die Zahnform ändert sich, je nachdem, ob die Fische Schnecken knacken müssen oder nicht. Evolution im Schnelldurchlauf? Eher nicht, denn dann müsste sich das Erbgut verändern. Bei den Konstanzer Buntbarschen wurden aber nur einzelne Gene je nach Bedarf an- oder ausgeschaltet. Dieser Einfluss der Umwelt auf die Gene wird auch Epigenetik genannt.

Das Ziel des Experiments: Erkennen, wie sich Arten an ihre Umgebung anpassen. Wenn es eine Generation von Buntbarschen schon schafft, eigene Zahnformen zu entwickeln, lässt sich vielleicht auch klären, wie schnell sich neue Arten bilden. Interessant ist aber natürlich auch, zu erkennen, welche molekularen Mechanismen dafür zuständig sind, einzelne Gene an- oder auszustellen.