Kein Tier kommt so häufig auf der Welt vor wie der Fadenwurm. Auf einen Menschen kommen 57 Milliarden Tiere. Würde es den Fadenwurm nicht geben, wäre unsere Erde 300 Millionen Tonnen leichter und das Biosystem höchstwahrscheinlich ein anderes. In einer Studie haben Forschende jetzt herausgefunden, was der Fadenwurm alles macht und kann.

Mit bloßem Auge können wir den Fadenwurm nicht sehen. Er ist mikroskopisch klein und wird nur 0,3 bis 0,7 Millimeter groß, sagt Karin Hohberg vom Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz. Sie hat Fadenwürmer schon oft unter dem Mikroskop betrachtet und – wie sie sagt – schon einige Studenten davon überzeugt, wie schön diese Tiere sind.

Forschende weltweit führen Daten zusammen

Zusammen mit 70 anderen Forschenden auf der ganzen Welt hat sie für eine Studie alle verfügbaren Daten über Fadenwürmer in eine Datenbank gepackt und die Daten ausgewertet. Ziel war es, mehr über das Tier, das es am häufigsten auf der Welt gibt, zu erfahren.

Fadenwürmer sorgen für Nährstoffe im Boden

Und sie haben so einiges herausgefunden – zum Beispiel, dass der Fadenwurm am häufigsten auf der Nordhalbkugel vorkommt. Grund ist laut Karin Hohberg, dass in den Böden dort viel Kohlenstoff vorkommt. Und den mögen Fadenwürmer wohl besonders gern.

Anderes gilt es aber noch weiter zu erforschen – unter anderem, welche Bedeutung genau der Fadenwurm für das Leben auf unserer Erde hat. Fest steht: Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sprechen ihm eine enorme Bedeutung zu, unter anderem auch für unsere Ernährung. Fadenwürmer sorgen nämlich zusammen mit Bakterien und Pilzen dafür, dass die Böden Nährstoffe erhalten.

"In unseren Böden leisten Fadenwürmer wertvolle Arbeit. Zusammen mit Bakterien und Pilzen sorgen sie dafür, dass die Nährstoffe für unser Pflanzenwachstum wieder zur Verfügung stehen."
Karin Hohberg, Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz

Fadenwürmer brauchen zum Leben Wasser. Sie kommen überall dort vor, wo es mindestens eine dünne Wasserschicht gibt, so Karin Hohberg; beispielsweise in Böden, Meeren, Flüssen, aber auch in Tieren und Pflanzen kommen sie als Parasiten vor.

Fadenwürmer setzen CO2 frei

Auf einen Menschen kommen 57 Milliarden Fadenwürmer – damit halten sie den Rekord: Kein anderes Tier gibt es so häufig auf der Welt. Würde es sie nicht geben, wäre unser Globus 300 Millionen Tonnen leichter. Vermutlich aber auch um einiges ärmer an CO2.

Tatsächlich soll die Aktivität von Fadenwürmern in künftige Klimamodelle integriert werden, denn durch ihre Arbeit im Boden setzen sie CO2 frei. Deshalb ist der Aspekt des CO2-Austauschs vom Boden in die Atmosphäre auch ein großer Teil der Studie und zugleich auch der Teil, den es noch näher zu erforschen gilt.