Viele junge Männer wollen laut einer neuen Studie so aussehen wie Profisportler oder Filmstars. Tun sie aber nicht. So jagen sie unrealistischen Schönheitsidealen hinterher. Depressionen und Alkoholsucht sind mögliche Konsequenzen.

Für eine Studie in den USA wurden 2400 US-amerikanische Männer im Alter von 18 bis 32 Jahren zu ihrem Aussehen befragt. Durchgeführt wurde sie unter anderem von der Norwegian University of Science and Technology zusammen mit Kollegen der Harvard University.

Die Resultate zeigen, dass Jungs und junge Männer viel häufiger an Störungen in Bezug auf ihren eigenen Körper leiden als bisher angenommen.

Ergebnisse sind unter anderem:

  • Zehn Prozent der Männer weisen eine Störung des Körperbildes auf. Sie gehen davon aus, dass sie zu dick sind und wollen daher abnehmen.
  • Einer von drei jungen Männern hat im vergangenen Jahr eine Diät gemacht. Diese Diäten standen in keinem Zusammenhang mit einer Fettleibigkeit.

Die Gefahr dabei ist, dass eine zu starke Fokussierung auf den eigenen Körper zu krankhaften Zügen führen kann:

Junge Männer, die sich zu sehr darauf konzentrieren, Muskeln aufzubauen, haben laut der Studie

  • ein deutlich höheres Risiko von Depressionen, Alkoholismus und ungerechtfertigten Diäten
  • eine höhere Wahrscheinlichkeit, legale und illegale Nahrungsergänzungsmitteln sowie anaboler Steroide einzusetzen.

Schönheitsdruck auch beim Mann

Der auf Männer spezialisierte Psychologe Uwe Waldmann ist von diesen Erkenntnissen nicht besonders überrascht. Er sagt, der Mann unterliegt inzwischen dem gleichen Schönheitdruck wie Frauen. Das liege auch daran, dass Facebook und Instagram in erster Linie über Fotos funktionieren.

"Man zeigt sich, man drückt sich aus, und das eben auch über den Körper, den man darstellt."
Uwe Waldmann, Psychotherapeut

Einer, der den Männern zum Beachbody verhelfen will, ist der Personal Trainer Darius Zander. Zu ihm kommen viele junge Männer, die unzufrieden sind und sich verändern wollen. Er sagt, Cristiano Ronaldo sei schon ein Ideal, bei dem aber auch viele wüssten, dass es unerreichbar ist. Auch James-Bond-Star Daniel Craig sei für viele ein Vorbild.

Die Männer seien sich aber nicht darüber im Klaren darüber, dass es ein Vollzeit-Job sei, so einen Körper zu bekommen.

"Die sind sich aber gar nicht klar, dass das ein Fulltime-Job ist. Da ordnest du 24 Stunden des Tages deinem Körper unter."
Darius Zander, Personal Trainer

Weil aber kaum jemand, außer Profisportler, so viel Zeit zum Trainieren hat, bleibt bei einigen nur Frust, der aufkommt, sobald er sich mit den Film- und Sport-Stars vergleicht. Uwe Waldmann sagt, dass genau diese Frustration bei manchen Männern der Grund für Depressionen oder Alkoholismus ist. Das sind die Extremfälle, die sich aber laut der Studie häufen. 

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