Wir Menschen mögen bunte Eier zu Ostern. Im Tierreich sind bunte Vogeleier das ganze Jahr über der Standard – ganz natürlich und ohne Fremdfarbstoffe. Die Einflussfaktoren auf Farbe und Muster sind vielseitig, vor allem aber ist die Färbung genetisch bedingt.

Wenn wir an Eier denken, denken wir oft erst mal an makellose weiße Eier. In der Tierwelt legen jedoch nur etwa 4200 der rund 12.000 bekannten Vogelarten einfarbige weiße Eier. Das bedeutet im Umkehrschluss: Zwei Drittel aller Vögel legen blaue, rote, gelbe oder türkisfarbene Eier. Die allermeisten von ihnen haben außerdem noch Flecken oder Tupfen.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Für Färbung, Helligkeit oder Flecken sind viele unterschiedliche Faktoren verantwortlich, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Tierexperte Mario Ludwig – etwa das Blut oder der Kalziumgehalt der Tiere. Auch die klimatischen Bedingungen des Lebensraumes haben einen Einfluss.

Färbende Abbauprodukte im Blut

Für die grundsätzliche Färbung einer Eierschale sind rote, gelbe und blaugrüne Farbpigmente zuständig, erklärt der Biologe. Diese Farbpigmente sind Abbauprodukte des Blutes, die in speziellen Schalendrüsen eingelagert werden.

"Für die Färbung der Eier sorgen nur einige wenige Farbpigmente – nämlich rote, gelbe und blaugrüne Farbpigmente, die im Grunde alle Abbauprodukte des Blutes sind."
Mario Ludwig, Biologe

Bei Hühnern liegen diese Schalendrüsen am Ende des sogenannten "Legedarms", die Eileiter der Hühner. Die Drüsen sind dann kurz vor dem Legen des Eis dafür verantwortlich, dass das Ei noch mit einer bestimmten Farbe versehen wird.

Ohrläppchen verraten die Farbe bei Hühnern

Damit kann auch die häufige Behauptung widerlegt werden, dass die Farbe eines Eis von der Farbe des legenden Huhns komme. Auch Freiland- oder Käfighaltung haben nichts mit der Einfärbung zu tun. Die Farben sind genetisch fixiert, alles andere sei Unsinn, erklärt Mario Ludwig.

"Die Farbe von Hühnereiern steckt in den Genen der Hühner, die ist genetisch fixiert."
Mario Ludwig, Biologe

Eine Möglichkeit, wie man die Farbe des Eis am Huhn erkennen kann, gibt es trotzdem: das Ohrläppchen. Wie alle Vögel haben auch Hühner keine sichtbaren Ohrmuscheln, sondern nur eine kleine Ohröffnung. Unter dieser Höröffnung findet man das Ohrläppchen. Ist es weiß, legt das Huhn weiße Eier, ist es rot, legt es braune Eier.

Heutige Eierfarben sind Ergebnis einer Züchtung

In Deutschland sind 70 Prozent der Eier braun. Das ist ein Ergebnis unserer Züchtung, erklärt Mario Ludwig. Denn die Farbe braun sei bei uns positiv besetzt. Viele verbinden sie mit artgerechter Haltung, so der Biologe.

"70 Prozent aller Eier in deutschen Küchen sind braun. Auch weil sie positiv besetzt sind und viele Leute braune Farbe mit artgerechter Haltung verbinden."
Mario Ludwig, Biologe

In Island, Schweden und Norwegen isst man dagegen lieber weiße Eier.

Kalziummangel führt zu Flecken

Bei der "Sprenkelung" der Eier wurde lange Zeit geglaubt, dass die Punkte und Flecken nur der Tarnung dienen, um sich so vor "Fressfeinden" schützen zu können.

"Lange Zeit, glaubte man, dass diese sogenannte 'Sprenkelung' wirklich ausschließlich der Tarnung und damit dem Schutz vor Fressfeinden dient."
Mario Ludwig, Biologe

Die Forschung nahm dafür folgende Beispiele her: Vogelarten wie der Sand-Regenpfeifer, der auf dem Boden brütet, legt gesprenkelte Eier, um zwischen dem Kiesstrandboden nicht so aufzufallen.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Dagegen findet man bei Vögeln wie den Geiern, die auf schwer zu erreichenden Felsen brüten, oder Eulen, die in Höhlen brüten, einfarbige Eier. Heute geht die Forschung aber von einer anderen Ursache aus: Kalziummangel.

Braune Flecken bestehen aus Protoporphyrin

Das haben englische Forschende herausgefunden, als sie Vögel beobachteten, die weniger Kalzium für die Bildung ihrer Eierschale zur Verfügung haben als andere Vögel, weil sie beispielsweise kalziumarme Nahrung zu sich nehmen.

Bei den Eiern dieser Vögel wurden vermehrt braune Flecken festgestellt. Eine chemische Analyse konnte dann bestätigen, dass die braunen Flecken aus Protoporphyrin bestehen. Das ist genau der Farbstoff, mit dem Vögel ihre Eier färben.

Das Klima beeinflusst die Helligkeit

Auch eine hellere oder dunklere Einfärbung der Vogeleier wird von einem externen Faktor beeinflusst, erklärt Mario Ludwig. Amerikanische Forschende haben vor kurzem herausgefunden, dass Vögel, die in kälteren Gebieten leben, dunklere Eier legen als Vögel, die in wärmeren Regionen der Erde brüten.

Als Grund nehmen die Forschenden an: Dunklere Eier heizen bei Sonneneinstrahlung schneller auf als helle Eier und bleiben damit auch länger warm.So können die Vögel verhindern, dass sich ihre Eier zu schnell abkühlen, sollten die Eltern das Nest für einige Zeit verlassen, um auf Futtersuche zu gehen.