Kaum sind die Bären vergeben, klopfen die Oscars an die Tür: gute, alte Tradition. Deshalb schauen wir auf die diesjährigen Bären zurück und auf die Oscars voraus. In Gesprächen mit Berlinale-Tausendsassa Franz Rogowski und mit Regisseur Lars Kraume ("Das schweigende Klassenzimmer"). Mit zwei amerikanischen Kamerafrauen blicken wir Richtung Oscars, bei deren 90. Verleihung überhaupt erstmals eine Frau nominiert ist.

Franz Rogowski war unser Gast in der vorletzten Woche, zwei Tage vor dem Start der Berlinale. Sein Fahrplan damals: zwei Wettbewerbsfilme vor sich ("Transit" und "In den Gängen") - außerdem die Ernennung zum "European Shooting Star 2018".  Am vorletzten Tag der Berlinale haben wir ihn wieder getroffen - abgekämpft aber auch sehr glücklich. 

Bei Lars Kraumes Berlinale-Film "Das schweigende Klassenzimmer" haben sich viele gefragt: Warum läuft dieser Film in der Nebensektion "spezial" und nicht im Wettbewerb? Eine ungeklärte Frage, an der Qualität des Films kann es nicht liegen: Er war einer der besten des gesamten Festivals. Diese Woche startet er in den Kinos und wir sprechen mit Lars über diese außergewöhnliche, wahre Geschichte einer Abiturklasse in der DDR 1956, die sich mit ihrer Schweigeminute mitten ins Fadenkreuz der Stasi brachte. 

Erstmals eine Kamerafrau für den Oscar nominiert

Nancy Schreiber und Sara Ross-Samko sind zwei amerikanische Kamerafrauen. Nancy mit 68 Jahren eine Legende ihres Handwerks, Sara mit gerade mal knapp 30 noch dabei, sich eine Karriere aufzubauen. Alles andere als einfach in einem der Filmmetiers, in dem Männer noch immer eine klare Vormachtstellung haben. Zwar wagen immer mehr junge Frauen die Ausbildung an der Filmkamera, doch nur die wenigsten bekommen nach dem Studium auch Jobchancen. Mit Rachel Morrisson ist für den Film "Mudbound" in diesem Jahr zum Beispiel überhaupt erst die erste Frau in der Geschichte der Oscars für einen Academy Award nominiert worden. Darüber sprechen wir mit ihren beiden Kolleginnen.