Kann ein Tag mit Handy Urlaub sein? Vini hat in Brandenburg im Flugmodus ein neues Zeitgefühl entdeckt. Und Alina vermittelt Unterkünfte an Orten, bei denen ein bisschen Isolation zum Programm gehört.

Wasser, Sonne, Sand und Wind und viel freie Zeit. Schnell das Handy raus und posten, was gerade los ist. Vini hat sich im Urlaub bei der Handynutzung ganz bewusst selbst eingeschränkt.

"Ich brauche strengere Richtlinien für mich, um mir die Zeit zu nehmen, diese Ruhe zu haben."

Sie ist Ende 2020 von Berlin aus aufs Land gefahren – nach knapp einem Jahr Corona – und hat dort eigentlich nur noch gedruckte Texte gelesen und Hörspiele gehört. Keine Nachrichten, kein Fernsehen. Pandemiebedingt war 2020 ein Jahr, in dem sie viel Zeit vor Displays verbracht hat.

Viel Homeoffice und auch danach eher nicht vor die Tür, so war das bei ihr. Sie sagt: "Ich hatte das Gefühl, ich bin eigentlich nur noch vor dem Bildschirm."

"Wir sind nur in eine kleine Hütte nach Brandenburg gefahren. Das große Ziel war: Wirklich mal abschalten. Flugmodus an."

Vor dem Urlaub hat sie wichtigen Kontakten gesagt, dass sie nicht gut erreichbar sein wird und so die emotionale Verantwortung der Erreichbarkeit abgegeben. Sie sagt: "Erreichbar-sein-müssen ist eine Kopfsache." Im Ergebnis hatte sie dann ein anderes Zeitgefühl und hat sich mal in Ruhe fragen können: Was beschäftigt mich eigentlich?

"Ein Tag ohne soziale Medien, ohne den Kontakt nach außen, ist ziemlich lang. Es ist wahnsinnig viel Zeit."
Vini, hat Urlaub im Flugmodus gemacht, hostet den Podcast "We try out"
© privat

Nach ihrem Kurzurlaub in Brandenburg hat sie einiges geändert. Sie stellt ihr Handy öfter lautlos und hat eine Reihe von Benachrichtigungen einfach abgestellt. Sie sagt, das nehme viel Stress aus dem Alltag und sie schlafe viel besser.

Unterkünfte ohne Anschluss

Alina hat eine ähnliche Erfahrung beim Backpack-Urlaub in Borneo gemacht. Eigentlich war sie da drei Tage richtig im Funkloch. Heute betreibt sie mit ihrer Geschäftspartnerin die Seite Digital Detox Destination und vermittelt Unterkünfte mit wenig Konnektivitätsoptionen.

Sie sind Digital Detox Destination: Alina Nieland und Agatha Schuetz
© Digital Detox Destination
"Die meisten sind permanent mit ihrem Smartphone verbunden. Man merkt, wenn das Ding so unbrauchbar ist, wie sehr du davon abhängig ist."
Alina, Mitgründerin von Digital Detox Destination, auf dem Bild links

Diese Unterkünfte gibt es in den Abstufungen: Soft Detox, High Detox und Black Hole. Bei der letzten Variante ist der einzige Anschluss dann vielleicht noch die Steckdose an der Rezeption.

Das ist in der Mtentu Lodge in Südafrika der Fall. Es gibt dort ein Haupthaus und der Rest sind kleine Holzhütten. Es gibt eine Wegbeschreibung, denn schon bei der Anreise sollte man sich besser nicht auf Maps verlassen.

Alina beschreibt den Aufenthalt dort so: "Du befindest dich wirklich mitten in der Natur, ohne Strom, ohne Netz, ganz mit dir allein oder bei deiner Begleitung." Grundsätzlich versuchen sie und ihre Geschäftspartnerin eigentlich alle Häuser in ihrem Angebot auch zu besuchen.

Sorgfältig ausgewählte Locations

Alina hat schon gewisse Kriterien: "Wenn jetzt jemand sagt: Wir drücken mal abends von 20 bis 21 Uhr auf den WLAN-Schalter und hier ist dann kein Netz mehr. dann reicht das für uns nicht." Inzwischen können sie sich die Hotels aussuchen, die auf der Seite gelistet sind.

"Mittlerweile ist es so, dass viele Hotels auf uns zukommen und sich auch umstellen oder teilweise saisonale Angebote einführen."
Alina, Mitgründerin von Digital Detox Destination

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