Kennt ihr dieses Unwohlsein während und nach einem Flug? Tatsächlich reagiert unser Körper auf die Höhe, den geringeren Sauerstoff und die Trockenheit.

Weil die Luft von außen angesaugt und komprimiert wird, wird sie insgesamt trockener. Aber nicht allein die Trockenheit, sondern erst die Kombination verschiedener Faktoren wie niedriger Luftdruck, trockene Luft oder Temperatur können sich unangenehm auf den Menschen auswirken, sagt Jochen Hinkelbein, Oberarzt an der Uniklinik Köln und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrtmedizin. 

"Neben der Temperatur und Luftfeuchtigkeit ist die gesamte Atmosphäre schon sehr unterschiedlich zu der am Boden."
Jochen Hinkelbein, Oberarzt an der Uniklinik Köln

Die trockene Luft führt zu einer Austrocknung der Schleimhäute, die sollen aber eher feucht sein, um ihre Abwehrfunktion aufrechtzuerhalten. So kommt es, dass man sich bei trockener Luft leichter mit Viren und Bakterien ansteckt. Gegen die trockenen Schleimhäute während des Flugs hilft, so der Oberarzt an der Uniklinik Köln, viel zu trinken und sie zu befeuchten.

Geringere Sauerstoffmenge kaum spürbar

Menschen, die fit sind, werden in der Regel nicht durch diese veränderte Atmosphäre beeinträchtigt. Wer aber gesundheitlich angeschlagen ist, reagiert empfindlich auf die Bedingungen in der Flugkabine, sagt der Mediziner. Die Flugzeugbesatzungen sind zwar ständig der leichten Hypoxie, wie sie an Bord herrscht, ausgesetzt. Aber dieser leichte Sauerstoffmangel entspricht ungefähr einer Sauerstoffversorgung wie auf der Zugspitze, erklärt Jochen Hinkelbein. 

"Die Umgebungsbedingungen in der Kabine entsprechen nicht der Höhe von 13.000 Metern, sondern entsprechen einer Höhe ungefähr der Zugspitze - rund 2.500 Metern."
Jochen Hinkelbein, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrtmedizin

Wer Sorge um eine erhöhte Strahlung während eines Überseeflugs hat, muss keine Panik haben: Die Strahlung entspricht ungefähr einer Röntgenuntersuchung, sagt Jochen Hinkelbein. Wer nicht dauerhaft und regelmäßig zwischen Europa und den USA hin- und herjetet, muss sich deshalb keine Sorge machen. Inwieweit Piloten gefährdet sind, wird derzeit noch untersucht. 

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