In Köln im Rhein baden? Nicht angesagt. In Basel aber schon: "Wir haben eine lange Tradition des Flussschwimmens", sagt Rettungsschwimmer Philipp Binaghi. Man setzt dort weniger auf Verbote, dafür mehr auf die Vernunft des Einzelnen.

Jedes Jahr ertrinken Menschen beim Baden in großen Flüssen wie dem Rhein. Und weil es so gefährlich ist, warnt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) auch regelmäßig davor: "Das Baden im Rhein und vielen anderen Flüssen ist lebensgefährlich! Die Strömungen und Strudel sind so tückisch, selbst wir erfahrenen Retter müssen sehr dagegen ankämpfen", so heißt es auf der DLRG-Website. Eine der 10 Baderegeln der Lebensretter lautet: "Bade nicht dort, wo Schiffe und Boote fahren."

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13 Schilder hat allein die Stadt Bonn am Rhein aufgestellt, darauf steht: "Baden im Rhein ist lebensgefährlich". Und das sieht auch Michael Grohe vom DLRG-Landesverband Nordrhein so: Baden sollte man nur an bewachten Stellen, empfiehlt er.

"Geht an bewachte Badestellen, geht dahin, wo man aufeinander aufpassen kann."
Michael Grohe vom DLRG-Landesverband Nordrhein

Trotzdem gibt es Rettungsschwimmer, die selbst im Rhein schwimmen - so wie Dirk Melzer. Auch er weiß, dass Menschen die Stärke der Strömung oft unterschätzen. Darum bringt er ihnen alles Wichtige dazu in einer eigenen Schwimmschule bei - der "Stromschwimmschule Cubalido" in Kaub am Rhein.

Flusstreiben in Kaub am Rhein

Seit 2016 veranstaltet die Schwimmschule ein jährliches Event, bei dem sich die Stromschwimmer - bewacht von der DLRG - rund zwei Kilometer weit im Rhein treiben lassen können. Ein besonderes "Ur-Erlebnis" sei das, weil das Wasser einen bewegt. Geübt wird allerdings in einem stillgelegten Flussarm.

"Die Strömung trägt einen, und es ist gar nicht so wichtig, dass man aktiv ist. Das Wasser bewegt den Menschen, und das ist natürlich ein besonderes Ur-Erlebnis."
Michael Grohe vom DLRG-Landesverband Nordrhein
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Flussabwärts in Basel

Noch anders ist die Situation in Basel, wo das Schwimmen im Rhein eine lange Tradition hat (siehe Bild oben: Schwimmer an den Rheinterrassen in Basel).

Ungefährlich ist es auch dort nicht: Erst kürzlich ist ein Mann ertrunken. Trotzdem gibt es in Basel am Rhein Streckenabschnitte, die offiziell Badezone sind.

Die SLRG hat für einen Streckenabschnitt des Rheins eine "Bach-ab-Karte" erstellt - mit Ein- und Ausstiegsstellen, Schwimmbereich und gefährlichen Zonen.

"In Basel gibt es Streckenabschnitte, die als Badezone offiziell ausgeschrieben sind."
Philipp Binaghi von der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG)

Der Schweizer Rettungsschwimmer Philipp Binaghi meint, dass das Fluss-Schwimmen in der Schweiz funktioniert, weil es mehr auf Verhaltensprävention und die Vernunft des Einzelnen setzt.

Auf der Website SaveYourFriends.ch sollen vor allem die 16-30-Jährigen, die besonders häufig verunglücken, dafür sensibilisiert werden, aufeinander aufzupassen. Denn das Ziel der SLRG sei es nicht unbedingt, das Schwimmen im Fluss zu verbieten - aber zu sensibilisieren, aufzuklären und so sicherzustellen, dass "Menschen, die die Nähe und das tolle Ambiente des Wassers suchen und dieses genießen wollen" alles wissen, um einen tollen Tag mit dem Wasser zu verbringen und "am Abend gesund nach Hause kommen", wie Philipp Binaghi sagt.