Seit Monaten verbreitet das Zika-Virus seinen Schrecken durch die entstellende Mikrozephalie bei Neugeborenen. Doch das Virus greift möglicherweise auch die Stammzellen Erwachsener an.

Im "New England Journal of Medicine" berichten Wissenschaftler über den Fall eines 81-Jährigen Mannes, der nach einer Pazifik-Kreuzfahrt rund um einige tropische Inseln östlich von Australien mit heftigem Fieber und Lähmungserscheinungen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Bei der Untersuchung haben die Ärzte das Zika-Virus in seiner Rückenmarksflüssigkeit gefunden. Ob das Virus die Erkrankung ausgelöst hat, ist noch nicht sicher. Andere Fälle deuten aber auf einen solchen Zusammenhang hin.

In dem französischen Überseegebiet Guadeloupe ist das Virus im Rückenmark einer 15-Jährigen nachgewiesen worden. Ein Forscherteam hat über den möglichen Zusammenhang von Zika-Virus und Rückenmarksentzündung berichtet. US-Forscher haben vom Zika-Virus befallene Zellen im Reagenzglas untersucht und dabei festgestellt, dass sich das Virus besonders gut in Stammzellen vermehrt, aus denen sich später Gehirnzellen entwickeln.

Vor Mücken schützen

Nervenzellen oder andere Stammzellen waren vom Virus kaum betroffen. Die Gehirnzellen waren innerhalb weniger Tage zerstört. Dieser Befund passt zu dem Krankheitsverlauf bei Föten, die infolge der Infektion nicht genug Gehirnzellen entwickeln und deshalb weniger Gehirnmasse erreichen.

Ein Impfstoff gegen das Zika-Virus ist noch nicht entwickelt worden. Um sich gegen eine Infektion mit dem Virus zu schützen, sollte man sich vor Mücken schützen. Schwangere dagegen sollten das Risikogebiet komplett meiden. Bei den meisten Erwachsenen verläuft eine Zika-Infektion ähnlich wie eine milde Grippe.

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