Auf der Partymeile, am Bahnhof oder an Touristen-Hotspots stehen oft unabhängige Geldautomaten. Sie gehören nicht zu den großen Banken und finanzieren sich über teils hohe Gebühren, die ihr beim Geldabheben zahlt.

Ihr seid abends unterwegs und braucht schnell mal Bargeld. Der nächste Bankautomat ist viel zu weit weg. Also geht ihr zu einem dieser unabhängigen Automaten. Von denen gibt es immer mehr - heute über 4000, sagt unsere Reporterin Rahel Klein.

"Bei rund 60.000 Geldautomaten in Deutschland haben die unabhängigen Geldautomaten zwar nur einen Anteil von 8 Prozent, es werden aber immer mehr."
Rahel Klein, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Wenn die klassischen Bankfilialen dichtmachen oder ihre Automaten schließen, dann stoßen oft unabhängige Geldautomatenaufsteller in diese Lücke. Das sind spezialisierte Anbieter - zum Beispiel Cardpoint, IC Cash Services oder das Bankhaus August Lenz. Die Automaten finanzieren sie über die Gebühren, die wir beim Abheben bezahlen. Und die können recht hoch sein - bis zu acht Euro können da anfallen.

"Die Stiftung Warentest hat Ende 2016 einen Test gemacht, und da musstest du bei manchen Geldautomaten bis zu acht Euro für eine Abhebung bezahlen."
Rahel Klein, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Die Gebühr unterscheidet sich von Standort zu Standort, sie kann auch je nach Tageszeit variieren. "Bei manchen Automaten ist es tagsüber günstiger und abends, wenn mehr Feierwütige unterwegs sind, ist es teurer", sagt Rahel Klein.

Mit Kreditkarte kann es günstiger sein

Uwe Döhler, Finanzexperte bei der Stiftung Warentest, hat aber einen Tipp: Möglicherweise ist es nämlich günstiger, mit der Kreditkarte statt der Girokarte Geld zu ziehen. Die Preise für die Girokarte legt nämlich der Automatenaufsteller fest - für die Kreditkarte gilt aber der Preis der eigenen Bank.

"Bei der Kreditkarte nimmt nicht der Geldautomatenbetreiber das Geld, sondern der, der Ihnen die Kreditkarte gegeben hat: Die Karten herausgebende Bank bestimmt den Preis."

Übrigens muss der Automat die fällige Gebühr vor der Abhebung anzeigen. Allerdings muss man da schon oft sehr genau hinschauen, meint Uwe Döhler: "Da erscheint dann auf dem Display ein riesig langer Text, und ganz klein und versteckt steht dann: Das kostet hier 4,95 Euro." Uwe Döhler meint, das könnte man sehr viel verbraucherfreundlicher gestalten. 

In den Supermarkt zum Geld abheben

Wer nun abends mal knapp mit Bargeld ist, für den gibt es vielleicht noch eine Alternative zu den unabhängigen Geldautomaten, meint unsere Reporterin Rahel Klein. Und zwar über das Cashback-Verfahren.

"In vielen Discountern und auch an Tankstellen kann man mittlerweile per Cashback-Verfahren Geld abheben."
Rahel Klein, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Ab einem Warenwert von 20 Euro geben Supermärkte bis zu 200 Euro Bargeld an die Kunden raus - ohne Gebühr, sagt Rahel Klein. 

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