Digitale Ankaufdienste für Bücher, CDs, DVDs und Computerspiele übernehmen ausgediente Medien und helfen beim Ausmisten. Oft werden nur Cent-Beträge bezahlt. Aber wenn die Alternative die Mülltonne ist?

Bei unserem Reporter Nico Rau stapeln sie sich: Bücher, DVDs und Spiele. Insgesamt drei Kisten hat er schon auf den Dachboden gebracht, jetzt sollen sie weg. Flohmarkt wäre eine Lösung, allerdings kostet ein Stand auch viel Zeit. Deshalb testet Nico drei verschiedene digitale Ankaufdienste, die ausgediente Medien annehmen. Die von ihm ausgewählten Anbieter sind Momox, Rebuy und Zoxs. 

App runterladen, Barcode scannen, Preis ermitteln 

Bei allen Anbietern muss zunächst eine App runtergeladen werden. Integriert ist in die jeweilige App ein Barcode-Scanner. Per Smartphonekamera wird beispielsweise der Barcode eines Buches gescannt und der Ankaufspreis erscheint. Nico Rau scannt als erstes das Buch "American War" von Omar El Akkad. Neu kostet es 24 Euro, der Ankäufer bietet Nico 1,89 Euro für sein gebrauchtes Buch. 

Die niedrigen Ankaufspreise sind auch der Knackpunkt beim Verkauf von Medien über digitale Ankaufdienste, so Nico Rau. Denn 1,89 Euro für ein Buch sind bereits verhältnismäßig viel. Nico hat eine Menge Bücher durchgescannt und gerade für ältere Bücher bekommt der Verkäufer oft nur Beträge zwischen zehn und 15 Cent. Für neuere Bücher sind es manchmal immerhin zwei bis sechs Euro, ergaben seine Stichproben. Ähnliche Preise gelten auch für CDs, DVDs und Computerspiele. Insbesondere die Preise für CDs haben Nico enttäuscht. 

"Sobald die Sachen ein paar Jahre auf dem Buckel haben, kriegst du da kaum noch was für."
Nico Rau, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Für eine Green-Day-CD wollte ihm ein Ankäufer nur einen Cent bezahlen. Dafür hat Nico die CD dann lieber behalten. Enttäuschend auch: Viele Sachen werden von den Ankaufsdiensten gar nicht erst angenommen, weil es für die Produkte aktuell keinen Markt gebe. 

Wer sein Zeug schnell loswerden will, kann Ankaufsdienste nutzen

Lohnend ist der Verkauf gebrauchter Medien für diejenigen unter uns, die ihr Zeug loswerden und überhaupt etwas dafür bekommen möchten. Das Scannen geht schnell. Allerdings kann es wegen der niedrigen Preise dauern, bis zehn Euro zusammengekommen sind. Das ist der Warenwert, ab dem Momox und Rebuy die Portokosten übernehmen. Beim Anbieter Zoxs liegt der Wert bei 30 Euro. 

Reporter Nico Rau hat zwei Pakete auf den Weg gebracht. Nach einer Prüfung der Ware überweisen die Anbieter das Geld. 

"Ich habe zwei Pakete geschnürt, und das hat gut funktioniert."
Nico Rau, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Wenn zum Beispiel der Zustand der verkauften Medien total schlecht ist, behalten sich manche Anbieter vor, den Ankaufspreis nachträglich zu reduzieren oder auch Artikel zurückzuschicken. Da sich die Preise, die die Ankäufer bezahlen, stark unterscheiden, lohnt es sich, auch eine Vergleichs-App zu nutzen. Diese heißen "Wer zahlt mehr“ oder "Sell4More". Bei Reporter Nico Rau hat die App "Wer zahlt mehr" am besten funktioniert. Denn sie zeigt direkt verschiedene Ankäufer und deren Angebote. "Sell4More" dagegen nennt nur den Höchstbietenden. 

Die Anbieter verkaufen die Sachen natürlich weiter

Von Interesse sind die gebrauchten Medien für Leute, die lieber gebraucht und dafür deutlich günstiger kaufen möchten. Dennoch leben die Anbieter selbstverständlich von der Marge zwischen Ankauf und Verkauf. Der französische Film "Der Vorname" aus Nicos Beständen zum Beispiel brachte Nico 41 Cent. Verkauft wird er danach für 6,20 Euro - ein schöner Gewinn für die Anbieter, die mit Porto, Handling, Prüfung der Ware etc. aber auch Kosten haben.

Bei den beiden Anbietern Momox und Rebuy können Verkäufer ihre Einnahmen auch direkt auf der jeweiligen Website reinvestieren. Aber das hätte dann mit ausmisten nicht mehr so richtig viel zu tun. 

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