Eine Zufallsbekanntschaft landet in unseren Handykontakten: Viele von uns nutzen Eselsbrücken, um einen Namen bei Bedarf im digitalen Telefonbuch wiederfinden zu können.

Silvia "Glitzerkleid", Andrea "Socke" und Benni "Autofelge" – wenn wir Sorge haben, dass wir uns beim Lesen des Vornamens nicht mehr erinnern können, aus welchem Zusammenhang wir diese Person kennen, veranlasst viele von uns dazu, dem Namen ein Wort anzuhängen, der uns hilft, uns wieder an die Person zu erinnern.

Das führt dazu, dass wir kuriose Namen für unsere Kontakte erfinden. Silvia, die uns mal das Glitzerkleid geliehen hat, Andrea mit ihrem süßen Hund Socke, die wir aus dem Park kennen und Benni, dem wir vor Ewigkeiten mal Autofelgen abgekauft haben.

"Die Geschichte, die Eselsbrücke, die sorgt dafür, dass das Gehirn mehr damit arbeitet. Alles, womit sich das Gehirn wirklich beschäftigt, bleibt auch gespeichert."
Peter Sturm, Psychologe

Dass wir uns schwerer an eine Person erinnern können, wenn wir uns einfach nur den Namen notieren, erklärt der Psychologe und Gedächtnistrainer Peter Sturm so: Fakten, also lose Informationspunkte, wie Namen oder gar Telefonnummern, kann unser Gehirn nicht gut abspeichern, denn dafür ist es evolutionär gar nicht gemacht. Was wir brauchen, ist eine Geschichte zu dieser Person. Denn erst Sinnzusammenhänge sorgen dafür, dass etwas hängen bleibt, sagt der Psychologe.

Der Oli mit den Lippen wie ein Zebra

Unsere Reporterin Rebekka Endler kennt ein paar Olis. Um diese unterscheiden zu können, heißt einer davon in ihrem digitalen Telefonbuch Oli "Zebra". Denn Rebekka findet, dass dies der einzige Oli ist, dessen Lippen an ein Zebra erinnern, das man mit Zucker füttert.

Eine Erklärung, die sonst niemandem weiterhelfen würde, aber für unsere Reporterin erschien es die naheliegendste und einleuchtendste. Und somit ist es für Rebekka die Gedächtnisstütze, die sie sich am besten merken kann.

"Um sich die Geheimzahl am Geldautomaten zu merken – dafür ist das Gehirn nicht entwickelt worden, sondern um Geschichten abzuspeichern."
Peter Sturm, Psychologe