Eine Software soll per Bildanalyse erkennen, ob Menschen schwul oder lesbisch sind. Die Software kam zwar nur zu Testzwecken zum Einsatz. Aber sie könnte missbraucht werden.

Darüber hatten wir berichtet: Zwei Forscher der Universität Stanford haben einen Algorithmus entwickelt, der Homosexualität an den Gesichtszügen erkennen soll. Die Studie ist noch nicht veröffentlicht, die Forscher haben aber dem Economist einige Details genannt.

Demzufolge haben sie ihre Software mit Daten aus Datingseiten gefüttert. Das Programm erkannte schwule Männer auf Bildern in mehr als 80 Prozent der Fälle. Bei lesbischen Frauen war die Trefferquote der Software etwas niedriger.

Viel Aufregung im Netz

Im Netz gab es anschließend auf unserer Seite viel Feedback und Kritik. Ihr habt gefragt: "Warum sollte man sowas untersuchen?", oder: "Wie valide ist überhaupt das Ergebnis?"

Björn Schuller ist Lehrstuhlinhaber für Complex and intelligent Systems an der Universität Passau. Er sagt, man müsse mit dieser Technik sehr vorsichtig sein und auch aufpassen, wie viel man überhaupt über ihre Funktionsweise verrate. Es gebe hier durchaus eine Gefährdung für Personen, so Schuller.

"Es ist zu befürchten, dass die Verfahren missbraucht werden."
Björn Schuller, Universität Passau

Es gibt Länder, in denen Homosexualität verboten ist und sogar die Todesstrafe dafür verhängt wird. Schuller glaubt, dass diese Technik in solchen Zusammenhängen sehr gefährlich sein kann. Es könne durchaus ein liebsames Werkzeug sein, einer künstlichen Intelligenz nahezulegen, jemanden so zu klassifizieren, wie es jemand benötigt.

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