Zoom, Skype, Facetime oder Whatsapp - Anbieter für Videocalls gibt es genügend. Aber wie bekommen wir die Familie in einen Call? Damit es an Weihnachten klappt, sollten wir mögliche technische Hürden schon vorab beseitigen.

Hinfahren oder per Videocall telefonieren? Eine Gewissensfrage, deren Antwort in den meisten Fällen auf der Hand liegt. Viele von uns entscheiden sich dafür, die Großeltern dieses Jahr an Weihnachten nicht zu besuchen.

Das bedeutet aber nicht, dass man sich nicht sehen und gemeinsam Geschenke auspacken kann. Denn per Videocall können Freunde und Familie zusammenkommen, ohne sich gegenseitig zu gefährden.

"Wenn die ein Smartphone haben, ist es natürlich eine Möglichkeit über WhatsApp oder über die Messanger Dienste. Da kann man ja eine 1:1 Videotelefonie machen."
Dagmar Hirche - bietet Kurse für Senioren für Nutzung von Internet, Handy und Computer an

Dagmar Hirche vom Verein "Wege aus der Einsamkeit" vermittelt Seniorinnen und Senioren in Kursen, wie sie Handys, Computer und das Internet nutzen können. Für Videocalls mit den Großeltern empfiehlt sie Apps, die entweder schon auf den Smartphones vorinstalliert sind oder ohnehin schon genutzt werden.

Wenn Opa oder Oma ein iPhone oder ein iPad besitzt, könnte man den Call mit Facetime machen. Auch Whatsapp sei recht beliebt, so Dagmar Hirche - und damit lässt sich auch ein Videogespräch führen. Bis zu acht Personen können sich zu einem Videocall per WhatsApp zusammenschalten.

"Die beste Möglichkeit ist es, dass man ein Smartphone kauft und sagt, da packt man schon mal eine Sim-Karte rein und packt eben die beiden Apps, die genutzt werden sollen, also entweder Whatsapp oder den anderen Messenger, schon drauf."
Dagmar Hirche, Verein "Wege aus der Einsamkeit"

Per Support Software fernsteuern

Dagmar Hirche sagt, man könnte den Großeltern ein Smartphone zu schenken, auf dem alles schon vorinstalliert ist. Also etwa eine App, die Videotelefonie ermöglicht. Auch die wichtigsten Kontakte einzuspeichern, kann helfen.

Ein einfacher und komfortabler Weg, die Großeltern bei der Bedienung des Handys zu unterstützen, kann eine Support-Software sein, die uns den externen Zugriff auf das Smartphone erlaubt. Quicksupport ist die App, die Dagmar Hirche nutzt, wenn sie andere schult.

"Wenn Sie die Quicksupport-App öffnen, können Sie mir eine ID nennen, und ich kann mich auf das Smartphone aufwählen. Das müssen Sie aber zweimal bestätigen, also das geht nicht so ohne Weiteres."
Dagmar Hirche, Verein "Wege aus der Einsamkeit"

Wichtig ist es, den Videocall vorab auszuprobieren und, wenn nötig, zu üben. Wem es schwerfällt, den Großeltern die einzelnen Schritte telefonisch zu erklären, der kann sich an verschiedene Organisationen wenden.

Vereine helfen mit Online-Kursen

Projekte wie "Digitale Engel" vom Verein "Deutschland sicher im Netz" und "Wege aus der Einsamkeit" bieten Online-Kurse an, in der Regel sind sie kostenlos.

Die Mitarbeiter erklären dann im Einzelnen, welche Tasten man drücken muss, damit der Videocall zustande kommt. In diesen Kursen können die Großeltern auch lernen, wie sie Zoom und Skype nutzen - und es vorab ausprobieren.