Google hat "Stadia" vorgestellt - einen neuen Streamingdienst für Computerspiele. Das geht theoretisch auf jedem Gerät - man braucht nur schnelles Internet.

Google hat es als DAS große neue Ding verkauft - klar! Es klingt aber auch wirklich cool: "Stadia", der neue Streamingdienst für Computerspiele, soll auf wirklich jedem Gerät laufen. Also auf allen Computern, Laptops, Tablets, selbst dem Smartphone. 

Die Idee an sich - Computerspiele zu streamen - ist nicht neu. Solche Dienste bieten beispielsweise schon Playstation oder Geforce Now an. Deutschlandfunk-Nova-Spiele-Experte Thomas Ruscher sagt aber, dass Google es anders machen will. Das Streamen soll ganz unkompliziert funktionieren, ohne Software, ohne Downloads.

"Du surfst im Internet, siehst ein cooles Spiel, klickst es an und kannst sofort in deinem Browser losspielen. Ohne dass du vorher was runterladen musst."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk Nova

Thomas Ruscher kann sich gut vorstellen, dass Streamingdienste für Games die Zukunft des Computerspielens sind. Weil es im Prinzip super praktisch ist, sagt er. Alles funktioniere komplett über das Internet, weil die Technik dafür von Google in riesigen Rechenzentren bereitgestellt wird, mit fetten Grafikkarten und schnellen Festplatten. 

Für die Konsumenten hat das den Vorteil, dass sie nicht alle paar Jahre eine neue Playstation für 500 Euro kaufen oder ihren Rechner für viel Geld aufrüsten müssen. 

Fürs Online-Gaming brauchen wir schnelles Internet

Einen ersten Eindruck davon, dass das Online-Spielen funktioniert, haben einige User schon bekommen. Im vergangenen Jahr war es eine Zeit lang möglich, "Assassins Creed Odyssey" im Chrome Browser zu spielen. Das Problem ist nur: Wir brauchen dafür schnelles Internet. Der neue Dienst "Stadia" soll noch in diesem Jahr in den USA und Europa auf den Markt kommen, die Frage ist aber, wie viele User dann auch wirklich Spaß damit haben.

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Gerade moderne Computerspiele wie "God of War", "Destiny 2" oder "Anthem" sind technisch sehr anspruchsvoll und leben von einer schnellen Grafik. Wenn das Internet das nicht leistet, drückt man nach links, und die Spielfigur braucht eine Sekunde, bis sie die Bewegung ausführt. Daran kann man verzweifeln. 

"Auch Google kann natürlich nicht zaubern und ist abhängig davon, wie die Internetverbindung jedes einzelnen Nutzers ist - dort, wo er sich gerade aufhält."

Eine zweite Frage ist außerdem noch offen: Wie viel wird der Streamingdienst "Stadia" kosten? Dazu hat sich Google bei seiner Präsentation nämlich nicht geäußert. Vielleicht wird es auch ein Konzept geben, in dem es Werbung gibt, mutmaßt Thomas Ruscher. Doch das wisse man derzeit noch nicht. Genauso wenig, wie viele Spiele im Angebot sein werden. Da sehe es momentan noch sehr dünn aus. Gezeigt wurde "Assassin’s Creed", als nächstes sei "Doom" im Gespräch. 

Auch die Konkurrenz wie Playstation, Geforce oder Shadow hätten ihre Probleme, viele Spiele über Streaming anzubieten. Und letztlich merken alle: Wichtigstes Kriterium ist schnelles Internet. Insofern - und so lautet auch das Fazit von Deutschlandfunk-Nova-Spiele-Experte Thomas Ruscher - wird es noch ein paar Jahre dauern, bis ein "Stadia"-Abo Sinn macht, und wir Spaß beim Zocken per Streaming haben. 

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