Steht ihr auf grünen Tee? Kein Problem. Anders ist das aber bei Grüntee-Extrakten. Diese können der Leber schaden, sagt die Europäische Lebensmittelbehörde. Unser Reporter Johannes Döppelt hat sich die Untersuchung angeschaut.

Ganz wichtig: Grünen Tee zu trinken, ist unproblematisch, sagt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit. Auch wenn du jeden Tag an deiner Teetasse nippst.

Anders sieht es bei hochkonzentrierten Nahrungsergänzungsmitteln aus, die auf Grüntee-Extrakten basieren. Die EU-Behörde warnt bei ihrem Genuss vor möglichen Leberschäden.

Catechine kommen in vielen Teesorten vor

Grüntee enthält Catechine, Pflanzenstoffe, die in vielen Teesorten vorkommen, aber zum Beispiel auch in verschiedenen Obstsorten. Catechine sind erst einmal unbedenklich und gelten eher als gesund. Aber wie so oft kommt es auf die Dosis an.

Die Konzentration ist entscheidend

Auch in Nahrungsergänzungsmitteln mit Grüntee-Extrakten sind Catechine enthalten - in manchen Produkten weniger, in anderen mehr. Im Grüntee steckt vor allem ein Catechin drin, nämlich das sogenannte Epigallocatechingallat - kurz EGCG. Studien zeigen, dass ab einer Tagesdosis von 800 Milligramm dieses Wirkstoffes bei Probanden erste Schädigungen der Leber auftreten.

Das Problem ist, dass manche Grüntee-Extrakte durchaus so viel EGCG enthalten, dass man auch mit der empfohlenen Tagesdosis von zum Beispiel zwei Kapseln täglich auf eine bedenkliche Menge des Wirkstoffes kommt.

Pyrrolizidinalkaloide in Kräutertees

Auch bei Kräutertees gilt, dass einzelne Stoffe ab einer bestimmten Konzentration die Gesundheit gefährden können. In Fenchel-, Kamillen- oder Melissentee zum Beispiel wurden unter anderem sogenannte Pyrrolizidinalkaloide gefunden - kurz PAs. Diese können durchaus ungesund sein, sagt Edmund Maser, Toxikologe an der Uni Kiel.

"Die PA-Gifte haben vor allem zwei schädigende Wirkungen: Es kann zur Leberschädigung kommen, und sie können zu Leberkrebs führen."

Ab welcher Dosis Pyrrolizidinalkaloide die Gesundheit schädigen, ist schwer zu sagen. Bislang gibt es keinen gesetzlichen Grenzwert für PA-Stoffe. In den Kräutertees variiert je nach Hersteller, Marke und Sorte die Konzentrationen an PAs. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät deshalb - und nicht nur bei Kräutertees - bei der Auswahl von Lebensmitteln mit Abwechslung und Vielfalt ranzugehen. So kann man verhindern, dass man potenziell gesundheitsschädigende Stoffe in großen Mengen zu sich nimmt.

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