Tea-Tasting ist eine Schule für Nase, Zunge und Augen. Und dabei kommt der Beuteltee nicht einmal so schlecht weg.

Unsere Reporterin Anna Kohn wollte vom Profi wissen, wie sie richtig Tee zubereitet und hat sich für eine Teeprobe angemeldet. Felix Weiß gießt schwungvoll heißes Wasser in einen Teebecher und taucht dann den losen Tee unter. Mit ihr zusammen lassen sich noch vier weitere Laien die Geheimnisse des Teekochens erklären.

"Die meisten Leute sind wirklich neugierig und versuchen etwas für sich neu zu entdecken."
Felix Weiß über die Besucher seine Tee-Proben

Felix beginnt mit einem weißen Tee, reicht ihn zuerst in einer großen Dose herum, sodass alle die Blätter begutachten können. Wichtig ist, auf die Blattqualität zu achten, sagt Felix.

"Das sollten schöne große Blätter sein. Also nicht so ein Teestaub."
Felix erklärt, was einen guten Tee ausmacht

Worauf es beim Teekauf und der Zubereitung ankommt

Viele gehen mit der Nase durch ein Teeregal, erklärt Felix. Das ist aber der falsche Ansatz, sagt der 30-Jährige. Denn auf Tees werden Aromaöle aufgesprüht und diese haben einen intensiven Geruch. Aromaöle, die sich natürlicherweise in Teeblättern befinden, riecht man dagegen nicht immer sofort. Deshalb sollten Teekäufer mehr ihren Augen und weniger ihrer Nase vertrauen.

roter Früchtetee

Teebeutel sind gar nicht so schlimm, sagt der Teekenner, wenn man sie denn richtig zubereitet. Hauptanwendungsfehler der Teetrinker:

  1. Den Beutel zu lange ziehen lassen
  2. Zu viel Wasser pro Teebeutel nehmen
"Lieber eine kleinere Menge aufbrühen und dann bewusster genießen."
Felix über Teebeuteltee

Bei der Teeprobe lernen die Teilnehmer auch, worin sich Teesorten voneinander unterscheiden: nämlich durch die verwendeten Bestandteile, durch die Verarbeitung und die Fermentation. Die Fermentationsdauer von Oolong liegt zwischen grünem und schwarzem Tee, erklärt Felix. Deshalb heißt er auch halb fermentiert. Gerösteter Tee verändert sein Aroma - so auch der Oolong, und Felix lässt die Teilnehmer probieren.

"Also ich find den Hochland-Oolong sehr buttrig, blumig. Und wenn man ihn dann röstet, dann schmeckt er wirklich assoziativ nach Waldboden."
Felix über das veränderte Aroma eines Oolongs nach der Röstung

Zuletzt probiert Anna einen Matcha, den Felix anrührt. Sie findet ihn zu bitter und kürt einen Schwarztee zu ihrem Favoriten. 

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