• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google

Es war der regenreichste Sommer seit zehn Jahren. Für die Hopfen-Produzenten ist das eine erfreuliche Nachricht. Die Ernte war dieses Jahr besonders gut. Das sah in den vergangenen trockenen Jahren anderes aus.

Die Hallertau liegt zwischen München und Regensburg und ist mit über 14.000 Hektar das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt. Der Anbau der Pflanze in dieser Region kann bis ins 8. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Der Grund: Die Klima- und Bodenverhältnisse sind ideal für das Wachstum der Hopfenpflanze.

2021 war eine "positive Ausnahme"

Doch der Klimawandel hinterlässt auch in dieser Region Spuren. Vor allem die Trockenheit der letzten Jahre machte den Hopfenbäuerinnen- und bauern Sorgen. Die studierte Landwirtin Kathrin Obermeier sagt: 2021 war eine positive Ausnahme. Sonst ist es aktuell eher schlecht bestellt mit der Hopfenernte.

"Im Juni, Juli und August hatten wir im Durchschnitt 100 Liter pro Quadratmeter Niederschlag. Für das Wachstum des Hopfens ist das optimal."
Kathrin Obermeier, Hopfenbäuerin in der Hallertau

Hopfenpflanzen werden bis zu siebeneinhalb Meter hoch und benötigen viel Wasser, vor allem in der Hauptwachstumsphase von Juni bis August. Danach beginnt für Kathrin Obermeier die arbeitsintensivste Zeit des Jahres: Die Ernte.

Die Ernte ist dieses Jahr leicht überdurchschnittlich ausgefallen. Doch diese Angabe bezieht sich erst einmal nur auf die Menge, wie die Qualität ausfällt, ist noch ungewiss.

"Durch den Regen könnte es sein, dass sich im Hopfen mehr Alpha-Säuren gebildet haben. Die sorgen für ein ausgeprägtes Aroma."
Kathrin Obermeier, Hopfenbäuerin in der Hallertau

Ein Gradmesser für die Qualität ist der Anteil an Alphasäure im Hopfen. Die sorgt nach dem Aufkochen für die Bitteraromen im Bier. Dabei variiert der Alphasäurengehalt je nach Biersorte: Ein Pils kann mehr als doppelt so viel enthalten wie ein Weißbier.

Ist es zu heiß, bildet sich im Hopfen zu wenig Alphasäure. Deswegen vermutet Kathrin Obermeier: Auch der Geschmack könnte bei der diesjährigen Ernte vollmundiger ausfallen.

Bier wird nicht billiger

Auf den Bierpreis wird sich die Ernte kaum auswirken. Das sei jedenfalls nicht zu hoffen, meint die Hopfenbäuerin. Denn damit Hopfen produziert werden kann, muss es nachhaltige Bierpreise geben. Eine überdurchschnittliche Ernte reicht da noch nicht aus.